Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir eine Frauenquote in deutschen Unternehmen? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Die Frauenquote ist ein Eingriff in die unternehmerische Freiheit
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einem Kommentar in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) kritisiert Wirtschaftskorrespondent René Höltschi ein Gesetz zur Mindestbeteiligung von Frauen in den Vorständen großer deutscher Konzerne. Gesetze für die Frauenquote greifen tief in die unternehmerische Freiheit ein, findet er.
„In einer liberal-marktwirtschaftlichen Ordnung setzt der Staat den Rahmen für private wirtschaftliche Tätigkeiten, er setzt nicht deren Ergebnis vor“, schreibt der Wirtschaftsjournalist. Im übertragenen Sinne bedeute das, dass der Staat zum Beispiel „mit Investitionen in die Kinderbetreuung oder mit Anpassungen der Arbeitszeit- und Steuervorschriften“ den Rahmen für die Förderung von Frauen in Führungspositionen setzen kann, nicht aber vorschreiben sollte, wie viele Frauen im Ergebnis eingesetzt werden sollen.
So etwas vorzuschreiben sei ein Eingriff in die unternehmerische Freiheit und in die Vertragsfreiheit. Schließlich werde eine Fehlentscheidung in der Besetzung von Führungspositionen auf den Aufsichtsrat des Unternehmens und nicht auf den Staat zurückgeführt. Wer im Zweifel Schuld trägt, müsse frei sein zu entscheiden, so Höltschi.
Gerne könne der Staat versuchen, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Alles andere widerspreche aber der Idee einer freien Marktwirtschaft.
Anmerkung der Redaktion
René Höltschi ist Wirtschaftsjournalist und seit 2019 Wirtschaftskorrespondent für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) in Berlin. Der studierte Ökonom arbeitet seit 33 Jahren für die NZZ. Als Korrespondent schrieb er früher aus Zürich, Brüssel, Paris und Wien unter anderem über die EU und Beneluxstaaten sowie Zentral- und Osteuropa.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner Redaktion, die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit Eric Gujer 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.
Originalartikel
Frauenquote für deutsche Vorstände: Der Bundestag betreibt systemwidrige Symbolpolitik
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)
René Höltschi 11.06.2021 ·
3 Minuten ·
deutsch
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