Perspektive

zum Tagesthema vom 17. September 2021
„Manipuliert, beleidigt – und gewonnen“: Gemischte Reaktionen auf Einigung im Bahnkonflikt
Lob

Die GDL hat gezeigt: So geht Arbeitskampf

Die Perspektive in 30 Sekunden

sieht die Bahngewerkschaft GDL um deren Chef als klare Siegerin im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn. In seinem Kommentar für die ZEIT lobt der Politikredakteur vor allem deren Standhaftigkeit – trotz des gewaltigen öffentlichen Drucks.

Die GDL hat laut Iser in dieser Situation das einzig Richtige getan: „Sie hat dem enormen öffentlichen Druck standgehalten und so lange weitergestreikt, bis sich die Bahn den Forderungen der Gewerkschaft angenähert hat.“ Mit dem nun erzielten Tarifabschluss habe die GDL ihren Mitgliedern und jenen der Konkurrenzgewerkschaft EVG einmal mehr gezeigt, dass sie besser verhandeln – und das Ergebnis erzielen, das die Belegschaft verdiene. „So geht Arbeitskampf“, lobt der ZEIT-Redakteur.

Sicher seien die Streiks für Bahnreisende schmerzhaft gewesen. „Doch letztlich müssen auch die Reisenden das Streikrecht aushalten, das im Arbeitskampf ein legitimes Mittel ist.“ Und so schlimm, findet Iser, war es dann ja auch nicht. Zudem werde es mit der Einigung bis Ende Oktober 2023 auch erst mal keine Streiks mehr geben.

Anmerkung der Redaktion

ist Redakteur im Ressort Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei ZEIT ONLINE. Der studierte Sozialwissenschaftler und Volkswirt hat die Deutsche Journalistenschule absolviert und als freier Autor unter anderem für die WIRTSCHAFTSWOCHE und den WDR 5 gearbeitet. Während seines Studiums schrieb er für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und die Nachrichtenagentur . Bei der ZEIT ist Iser seit 2018.

DIE ZEIT ist die größte deutsche Wochenzeitung und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie zählt zu den deutschen Leitmedien und hat damit bedeutenden Einfluss in der Medienlandschaft. DIE ZEIT erscheint seit 1946 und wurde zunächst als rechtskonservatives Blatt ausgelegt. Erst in den 1960er Jahren wurde die Wochenzeitung als liberales Medium ausgerichtet. In gesellschaftspolitischen Fragen gilt DIE ZEIT als grundsätzlich (links-)liberal, hat allerdings auch viele Gastbeiträge aus dem gesamten Meinungsspektrum oder stellt Beiträge mit gegensätzlichen Meinungen gegenüber. Der NDR urteilt, DIE ZEIT gelte als „Blatt der Akademiker und Intellektuellen“ – und sei damit durchaus erfolgreich. Tatsächlich gehört DIE ZEIT zu den wenigen deutschsprachigen Printmedien, die seit der Digitalisierung an Auflage gewonnen haben. Zuletzt lag die verkaufte Auflage bei rund 625.000 Exemplaren (IVW Q4/2025). Die Website der ZEIT hatte im März 2026 55,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). 2021 veröffentlichte DIE ZEIT einen Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin plädierte er für eine engere Kooperation zwischen Russland und Europa, übte jedoch zugleich deutliche Kritik an NATO und Europäischer Union. Die Veröffentlichung löste eine breite Kontroverse aus; insbesondere wurde die Zeitung dafür kritisiert, dem russischen Präsidenten eine Plattform zu bieten. Die ZEIT hat mehrere Podcasts, darunter sehr erfolgreiche Reihen wie „Alles gesagt?“ und „ZEIT Verbrechen“. Chefredakteure sind Jochen Wegner und , der auch Mitherausgeber des TAGESSPIEGELS ist. Die Zeitung erscheint im Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, dessen Eigentümer zu unterschiedlichen Teilen der Holtzbrinck-Familie angehören. Die DvH Media Group, die 50 Prozent der Anteile am Zeitverlag hält, besitzt außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE und den TAGESSPIEGEL.

Originalartikel
So geht Arbeitskampf
DIE ZEITJurik Caspar Iser
16.09.2021 · 2 Minuten · Deutsch
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