Perspektive
zur Debatte vom 15. Mai 2025
Sind Dobrindts Grenzkontrollen eine sinnvolle Maßnahme gegen illegale Migration? Contra
Die Grenzkontrollen sind nur Symbolpolitik - man muss anderswo aktiv werden
Die Perspektive in 30 Sekunden
Karoline Meta Beisel glaubt nicht, dass die verschärften Grenzkontrollen der neuen Bundesregierung viel bringen werden. Das wirkliche Problem liegt woanders, schreibt die stellvertretende Politikressortleiterin bei der überregionalen, linksliberalen Tageszeitung SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.
Denn die Asylzahlen seien sowieso schon zurückgegangen, auch durch die Maßnahmen der vorherigen Regierungen. Die Grenzkontrollen selbst sind für Beisel daher eher Symbolpolitik. Ihr zufolge muss es nun vor allem um die Menschen gehen, die bereits im Land sind. Konkret heißt das laut Beisel: mehr Wohnungen, mehr Kitaplätze, mehr Sprachkurse. Beisel würde sich daher Maßnahmen wünschen, die diese Probleme angehen und den Städten und Gemeinden tatsächlich Erleichterung bringen könnten.
Fraglich ist für Beisel auch, wie lange die Verschnaufpause an den Grenzen anhalten wird. „Es dürfte nicht lange dauern, bis Gerichte die neuen Maßnahmen prüfen müssen“, gibt sie zu bedenken. Sie hält es für fraglich, ob die Bundesregierung dann mit den verschärften Grenzkontrollen vor Gericht durchkommt.
Anmerkung der Redaktion
Karoline Meta Beisel ist Journalistin und stellvertretende Leiterin des Politikressorts der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG. Die Juristin hat zuvor unter anderem als Rechtsreferendarin für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bei Amnesty International in Berlin und die OECD-Vertretung des Auswärtigen Amtes in Paris gearbeitet. Beisel hat in Hamburg und Madrid studiert.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist Judith Wittwer. Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.
Originalartikel
Mehr Härte an der Grenze? Der Erfolg dürfte bescheiden ausfallen
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)
Karoline Meta Beisel 09.05.2025 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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