Perspektive
zur Debatte vom 09. Juli 2025
Sollte die Bundesregierung Geld bei der Pflege sparen? Pro
Die meisten Menschen können es sich leisten, ihre Pflege selbst zu zahlen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Bastian Brinkmann spricht sich für mehr Eigenverantwortung bei der Pflege aus. „Die meisten Menschen können es sich leisten, ihre Pflege trotz der hohen Kosten zu bezahlen – wenn sie beispielsweise ihr Häuschen in Zahlung geben“, argumentiert der Parlamentsredakteur bei der überregionalen Tageszeitung SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. „Das ist unpopulär, aber richtig.“
Wer sich in seinem Leben etwas aufgebaut hat, darf darauf stolz sein, findet Brinkmann. Doch genau diese Ersparnisse sind in seinen Augen eben genau dafür da, sie am Ende des Lebens aufzubrauchen. Die Gemeinschaft sollte ihm zufolge nur denen helfen, die es nötig haben. Daher hält es Brinkmann auch für eine gute Idee, wenn der Staat private Vorsorge fördern will. Allerdings sollten sich dann die Erfahrungen mit der Riester-Rente nicht wiederholen, mahnt Brinkmann. Er erinnert: „Damit wollte die Politik die private Vorsorge für das Alter fördern, profitiert hat davon aber nur die Finanzindustrie.“
Besser wäre laut Brinkmann ein staatliches Modell, wie es sie auch in Skandinavien gibt. Ein Staatsfonds könnte beispielsweise günstig und ohne Gewinne für Banken und Versicherungen eine Vorsorge anbieten, die langfristig in den Aktienmarkt investiert. „Damit sind Renditen möglich, die helfen, die hohen Pflegekosten für die jeweils Betroffenen zu senken“, glaubt Brinkmann. „Damit wäre viel gewonnen.“
Anmerkung der Redaktion
Bastian Brinkmann ist Journalist und SZ-Korrespondent im Parlamentsbüro in Berlin. Von 2019 bis 2024 war er der stellvertretende Leiter der Wirtschaftsredaktion der SZ. Der studierte Volkswirt und Politikwissenschaftler hat die Kölner Journalistenschule besucht und unter anderem auch für NEON und das DEUTSCHLAND RADIO gearbeitet. Er ist außerdem der Autor des Buchs „Die geprellte Gesellschaft. Warum wir uns mit der Steuerflucht von Reichen und Konzernen nicht abfinden dürfen.“
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist Judith Wittwer. Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.
Originalartikel
In der Pflege darf sich das Riester-Desaster nicht wiederholen
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)
Bastian Brinkmann 06.07.2025 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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