Perspektive

zur Debatte vom 08. April 2026
Ist die Aufregung über die Meldepflicht beim Wehrdienstgesetz gerechtfertigt?
Pro

Die Meldepflicht ist der nächste Schritt hin zur Wehrpflicht

Die Perspektive in 30 Sekunden

In den Augen von ist die Aufregung über die Meldepflicht im Wehrdienstgesetz gerechtfertigt. Die Regelung sei nicht nur eine bürokratische Vorschrift, sondern ein Eingriff, der vielen erst jetzt bewusst werde, argumentiert das Mitglied der Chefredaktion in der Tageszeitung BERLINER ZEITUNG (BLZ).

Neuber ordnet die Debatte in einen größeren Zusammenhang ein. Die militärische Aufrüstung der vergangenen Jahre sei für viele Menschen abstrakt geblieben. „Es war eine Aufrüstung ohne Körper“, schreibt er. Erst durch die neue Vorschrift werde sichtbar, dass staatliche Maßnahmen auch den Alltag direkt betreffen. Die Meldepflicht mache deutlich, dass Aufrüstung nicht nur Technik und Geld betreffe, sondern auch Menschen.

Für Neuber liegt darin die eigentliche Bedeutung der Regelung. Sie zeige, dass der Staat im Ernstfall auf Bürger zugreifen will. Auch wenn Genehmigungen derzeit erteilt würden, verweise die Vorschrift auf mögliche weitergehende Eingriffe. Die aktuelle Empörung sei deshalb nachvollziehbar. „Sie macht aus einer abstrakten sicherheitspolitischen Debatte eine persönliche Betroffenheit.“ Am Ende geht es laut Neuber um Grundsätzliches: „eine Frage von Freiheit und Verfügbarkeit. Von Grundrechten und Staatszugriff.“

Anmerkung der Redaktion

ist ein Journalist, Kulturanthropologe und Mitglied der Chefredaktion bei der BERLINER ZEITUNG (BLZ). Dort ist er auch Nachrichtenchef in den Ressorts „News“ und „International News“. Zuvor war Neuber von 2021 bis September Chefredakteur des Onlinemagazins TELEPOLIS. Neuber hat außerdem als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Seite der Linken-Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel gearbeitet. Nach seinem Studium war er zu Beginn knapp zehn Jahre als Redakteur bei der linken Tageszeitung JUNGE WELT tätig. Zudem war er Deutschland-Korrespondent bei der Nachrichtenagentur PRENSA LATINA mit Sitz in Kuba. Neuber hat Latein- und Altamerikanistik an der Freien Universität Berlin studiert.

Die BERLINER ZEITUNG (BLZ) ist eine Tageszeitung aus Berlin. Sie ist erstmals im Jahr 1945 erschienen. In ihrer Gründerzeit hatte sie den Untertitel „Organ des Kommandos der Roten Armee“ und ist 1953 dem Zentralkomitee der SED unterstellt worden. Nach der Wende sollte sie zur Hauptstadt-Zeitung werden und hat mehrfach ihre Besitzer gewechselt, bis sie Ende 2019 von dem Berliner Ehepaar Friedrich aufgekauft worden ist. Die Auflage lag im ersten Quartal 2021 bei rund 81.600 Exemplaren, was einen Rückgang von rund 68 Prozent seit Beginn des Jahrtausends darstellt. Seitdem werden keine Auflagezahlen mehr veröffentlicht. Das Ehepaar Friedrich ist seit der Übernahme 2019 bereits mehrfach kritisiert worden, in die redaktionellen Abläufe einzugreifen und die journalistische Sorgfaltspflicht zu verletzen. Einige Stimmen sprechen dabei von einem Rechtsruck der Zeitung. Der Presserat hat einen wohlwollenden, mangelhaft gekennzeichneten Bericht über eine Biotech-Firma, bei der Friedrich im Aufsichtsrat sitzt, gerügt. Sowohl der bayerische Verfassungsschutz als auch der ukrainische Botschafter in Deutschland haben der BLZ eine Nähe zu Russland vorgeworfen. Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur Frank Sommerfeld meinte, die BLZ werde „zu einem Instrument, um den politischen Aufstieg der AfD publizistisch zu fördern und Verständnis für russische Politik zu wecken“. Chefredakteur der BLZ ist . Die BLZ ist nicht zu verwechseln mit der seit 1877 erscheinenden Boulevard-Zeitung B.Z. (BERLINER TAGESZEITUNG). Die BLZ hat eine Kooperation mit dem konservativen Magazin CICERO. Der Webauftritt der BLZ hatte im März 2026 11,8 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Meldepflicht für junge Männer: Eure Söhne gebt uns jetzt!
BERLINER ZEITUNG (BLZ)Harald Neuber
06.04.2026 · 5 Minuten · Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst. Mehr...
Zum Artikel
🔒 Zum Redaktionsschluss war der Originalartikel hinter einer Paywall