Perspektive

zur Debatte vom 27. Januar 2026
Sollte das Recht auf Teilzeit eingeschränkt werden?
Contra

Die Politik hat den Menschen nicht vorzuschreiben, wie viel sie arbeiten

Die Perspektive in 30 Sekunden

Die Arbeitnehmer:innen zur Vollzeitarbeit zu zwingen, ist der vollkommen falsche Weg, meint in der ZEIT. Für die liberale Wochenzeitung argumentiert die Redakteurin, dass die Politik lieber Anreize für die Vollbeschäftigung schaffen sollte.

Sinnvoller als ein Verbot wäre laut Rövekamp eine wissenschaftliche Untersuchung zu dem Thema Teilzeit. Dort sollte man sich mit Fragen beschäftigen wie „Warum arbeiten Menschen in Teilzeit?“ und „Was bräuchten sie, um mehr Stunden zu arbeiten?“ Die allermeisten Arbeitnehmer:innen verzichten auf einen Teil ihres Gehalts, wenn sie in Teilzeit gehen – und werden dafür gute Gründe haben, erklärt die Redakteurin.

Auch jetzt sei bereits klar, dass einige Maßnahmen helfen könnten, Teilzeit zu reduzieren. Dabei denkt Rövekamp etwa an die Verbesserung des Betreuungssystems für Kinder – damit gerade Frauen mehr arbeiten können. Außerdem sollte ihrer Meinung nach untersucht werden, warum viele Menschen aus gesundheitlichen Gründen keinen Vollzeitjob durchhalten. Rövekamp ist also überzeugt: Wenn die Leute mehr arbeiten sollen, müssen Politik und Wirtschaft die Bedingungen für Vollzeitbeschäftigungen verbessern.

Anmerkung der Redaktion

ist Redakteurin beim TAGESSPIEGEL im Bereich Ressort Story. Hier schreibt sie vor allem längere Reports und Reportagen. Ihre Texte wurden mehrfach ausgezeichnet und für den Deutschen Reporterpreis nominiert. Marie Rövekampt hat in Münster Publizistik, Germanistik und Psychologie studiert und anschließend  ein Volontariat beim TAGESSPIEGEL gemacht.

DIE ZEIT ist die größte deutsche Wochenzeitung und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie zählt zu den deutschen Leitmedien und hat damit bedeutenden Einfluss in der Medienlandschaft. DIE ZEIT erscheint seit 1946 und wurde zunächst als rechtskonservatives Blatt ausgelegt. Erst in den 1960er Jahren wurde die Wochenzeitung als liberales Medium ausgerichtet. In gesellschaftspolitischen Fragen gilt DIE ZEIT als grundsätzlich (links-)liberal, hat allerdings auch viele Gastbeiträge aus dem gesamten Meinungsspektrum oder stellt Beiträge mit gegensätzlichen Meinungen gegenüber. Der NDR urteilt, DIE ZEIT gelte als „Blatt der Akademiker und Intellektuellen“ – und sei damit durchaus erfolgreich. Tatsächlich gehört DIE ZEIT zu den wenigen deutschsprachigen Printmedien, die seit der Digitalisierung an Auflage gewonnen haben. Zuletzt lag die verkaufte Auflage bei rund 625.000 Exemplaren (IVW Q4/2025). Die Website der ZEIT hatte im März 2026 55,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). 2021 veröffentlichte DIE ZEIT einen Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin plädierte er für eine engere Kooperation zwischen Russland und Europa, übte jedoch zugleich deutliche Kritik an NATO und Europäischer Union. Die Veröffentlichung löste eine breite Kontroverse aus; insbesondere wurde die Zeitung dafür kritisiert, dem russischen Präsidenten eine Plattform zu bieten. Die ZEIT hat mehrere Podcasts, darunter sehr erfolgreiche Reihen wie „Alles gesagt?“ und „ZEIT Verbrechen“. Chefredakteure sind Jochen Wegner und , der auch Mitherausgeber des TAGESSPIEGELS ist. Die Zeitung erscheint im Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, dessen Eigentümer zu unterschiedlichen Teilen der Holtzbrinck-Familie angehören. Die DvH Media Group, die 50 Prozent der Anteile am Zeitverlag hält, besitzt außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE und den TAGESSPIEGEL.

Originalartikel
Von wegen Lifestyle
DIE ZEITMarie Rövekamp
26.01.2026 · 3 Minuten · Deutsch
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