Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir eine Frauenquote in deutschen Unternehmen?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Eine verbindliche Quote ist der einzige Weg

Die Perspektive in 30 Sekunden

In einer Analyse für die Zeitschrift LUNAPARK21 argumentiert Sozialwissenschaftlerin , warum eine Quote der einzige Weg sei, Frauen auf Führungspositionen zu setzen. Eine Selbstverpflichtung sei nicht effektiv.

Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass freiwillige Verpflichtungen seitens der Unternehmen wirkungslos sind, findet Notz. Deutsche Unternehmen hätten sich schon 2001 verpflichtet, einen höheren Frauenanteil anzustreben. Eine vom Familienministerium in Auftrag gegebene Evaluation habe bestätigt, dass Regelungen nur dann eingehalten werden, wenn sie verbindlich und mit Sanktionen versehen sind: „Ein Drittel der Dax-Unternehmen, die im Rahmen einer Studie Angaben zur flexiblen Frauenquote im Vorstand gemacht haben, gaben als Zielgröße Null an“, so Notz. Die Unternehmen haben sich also schon im Vorhinein nicht zu einer Zahl verpflichten wollen.

Im März 2015 verabschiedete der Bundestag das erste Führungspositionengesetz. Dabei geht es um gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Im Gegensatz zur Selbstverpflichtung habe sich die darin festgelegte Quote als wirkungsvoll erwiesen. „Mit rund 35 Prozent Frauenanteil in diesen Gremien geht der aktuelle Anteil von Frauen in den per Gesetz verpflichteten Aufsichtsräten sogar über die vorgeschriebene Zielmarke hinaus“, berichtet die Sozialwissenschaftlerin.

Eine Frauenquote vernichte nicht die patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft. Wenn man aber mehr Frauen in Führungsgremien sehen möchte, brauche es die Quote, meint Gisela Notz.

Anmerkung der Redaktion

Dr. ist eine deutsche Sozialwissenschaftlerin und Historikerin. Sie hat an verschiedenen Universitäten gelehrt und im Historischen Forschungszentrum Friedrich-Ebert-Stiftung diverse Forschungsprojekte zur Humanisierung des Arbeitslebens, Alternativen Ökonomie, Bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt, Beruflichen Aus- und Weiterbildung, Sozial- Arbeitsmarkt- und Familienpolitik, zur Geschichte der ArbeiterInnenbewegung und zur historischen Frauenforschung bearbeitet. Von 1985 bis 1997 hat sie als Redakteurin bei der Zeitschrift BEITRÄGE ZUR FEMINISTISCHEN THEORIE UND PRAXIS gearbeitet, seit 2008 schreibt sie für die globalisierungskritische Zeitschrift LUNAPARK21. In den Jahren 2004 bis 2010 war sie Vorsitzende des Bundesverbandes profamilia e.V. Heute ist sie Mitglied der Beiräte der Giordano-Bruo-Stiftung, der Zeitschrift Arbeit-Bewegung-Geschichte, des Gesprächskreises Geschichte der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des Bundes demokratischer WissenschaftlerInnen (BdWi).

LUNAPARK21 ist eine linke Zeitschrift, die sich mit den Themen Ökonomie und Globalisierungskritik beschäftigt. Seit 2008 erscheint sie vierteljährlich. Die möchte sich mit gegebenen Zuständen nicht abfinden und sich stattdessen für eine solidarische Gesellschaft engagieren. Das INFORMATIOSNZENTRUM 3.WELT beschreibt die Zeitschrift als „professionell gemachtes Magazin“. LUNAPARK21 lese sich wie ein Leitmedium für die globalisierungskritische NGO „Attac“. Die Zeitschrift biete Vorteile, wie etwa konkrete Analysen (welt-)wirtschaftlicher Vorgänge, aber auch Nachteile, nämlich die Begrenzung auf eine bestimmte Spielart der Kapitalismuskritik. Hinter dem Medium stehen Marxisten wie Georg Fülberth, oder Wolfgang Pomrehn, linksgewerkschaftlich orientierte Aktivistinnen wie Mag Wompel und feministische Kritikerinnen der ökonomischen Benachteiligung von Frauen wie .

Originalartikel
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LunaPark21Gisela Notz
21.07.2021 · 6 Minuten · deutsch
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