Perspektive

zur Debatte vom 12. Mai 2025
Ist die deutsche Staatsräson gegenüber Israel noch zeitgemäß?
Pro

Die Staatsräson gilt – sie muss aber auch an aktuelle Entwicklungen angepasst werden

Die Perspektive in 30 Sekunden

ist Mitglied der Chefredaktion des liberalen TAGESSPIEGELS. Sie ist der Meinung, dass das deutsch-israelische Verhältnis und damit auch die Staatsräson gegenüber Israel „Teil der DNA der Bundesrepublik“ ist. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der deutsch-israelischen Beziehung warnt Wehler-Schöck vor einem Anstieg von Antisemitismus.

„Das deutsch-israelische Verhältnis muss von der Breite der Gesellschaft getragen werden“, meint das Mitglied der Chefredaktion. Allerdings wachse israelbezogener Antisemitismus in Deutschland stetig. So geben laut Wehler-Schöck 29 Prozent der Befragten in einer aktuellen Studie an, dass Juden ihnen durch die israelische Politik unsympathischer werden würden. Es müsse daher dringend mehr Bildung, Programme und Austausch geben, um die öffentliche Meinung zu verbessern.

Wehler-Schöck betont, dass es eine „hohe Komplexität“ im Verhältnis der Staaten gibt. Deutschland habe einerseits eine Verantwortung gegenüber Israel, aber auch „eine besondere Verpflichtung zu Menschlichkeit“. Wehler-Schöck nennt in dem Kontext „die verheerende humanitäre Lage in Gaza“. „Einfache Antworten gibt es dabei nicht“, gibt Wehler-Schöck zu. Wichtig sei es aber, an dem historischen Fundament der deutsch-israelischen Beziehung festzuhalten und diese „entsprechend der aktuellen Gegebenheiten dynamisch“ auszugestalten.

Anmerkung der Redaktion

ist seit 2025 Mitglied der Chefredaktion des TAGESSPIEGELS. Ab 2022 war sie als Ressortleiterin für internationale Politik tätig. Sie hat zuletzt als Chefredakteurin des IPG-Journals gearbeitet, einer Debattenplattform für Fragen internationaler und europäischer Politik. Zuvor verantwortete sie an der Deutschen Botschaft in Washington die Themenbereiche Gesundheitspolitik, Arbeitsmarkt, Migration und soziale Fragen. Von 2012 bis 2017 leitete die Politikwissenschaftlerin das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung für Jordanien und Irak in Amman.

DER TAGESSPIEGEL ist eine 1945 gegründete Tageszeitung aus Berlin. Chefredakteur ist , die Herausgeber sind und . Im Unterschied zur BERLINER ZEITUNG wird der TAGESSPIEGEL traditionell vor allem in den westlichen Bezirken der Stadt gelesen, da die Mauer die Verbreitung der Zeitung auf Westberlin beschränkt hatte. Eine 2024 durchgeführte Untersuchung der Universität Mainz zu 47 Medien ordnet die „ideologische Grundpositionierung“ des TAGESSPIEGELS als gemäßigt liberal-progressiv und gemäßigt sozialstaatsorientiert ein. Seit 2014 erhält der TAGESSPIEGEL besondere Aufmerksamkeit dank seines Checkpoint-Newsletters, der täglich aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft berichtet. EUROTOPICS beschreibt die Blattlinie der Zeitung als liberal. Der TAGESSPIEGEL wurde lange Zeit den regionalen Zeitungen zugerechnet, verfolgt seit einigen Jahren jedoch verstärkt eine überregionale Ausrichtung. Die Printauflage bleibt jedoch stark regional dominiert. Die verkaufte Auflage der Zeitung betrug im vierten Quartal 2025 rund 98.000 Exemplare (IVW), ihre Website verzeichnete laut Similarweb im März 2026 45,2 Millionen Besuche. Im Jahr 2025 war der TAGESSPIEGEL die meistzitierte Regionalzeitung Deutschlands (Quelle: Media Tenor). 2022 geriet die Chefredaktion des TAGESSPIEGELS infolge einer Kolumne des ehemaligen Chefredakteurs in die Kritik. In dem Artikel bezeichnete Martenstein das Tragen von Judensternen auf Corona-Demonstrationen als „sicher nicht antisemitisch“. Daraufhin distanzierte sich die TAGESSPIEGEL-Chefredaktion und depublizierte den Online-Beitrag. Der TAGESSPIEGEL erscheint im Verlag Der Tagesspiegel GmbH, der zur DvH Medien GmbH der Holtzbrinck-Familie gehört. Der DvH gehören außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE sowie 50 Prozent des Verlags der ZEIT.

Originalartikel
60 Jahre deutsch-israelische Beziehungen: Diese besondere Partnerschaft ist ein Wunder – und in der Krise
DER TAGESSPIEGELAnja Wehler-Schöck
12.05.2025 · 2 Minuten · Deutsch
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