Perspektive

zur Debatte vom 27. August 2024
Kann die Ukraine den Krieg gegen Russland noch gewinnen?
Contra

Die Ukraine hat weder die personelle noch die militärische Stärke für einen Sieg

Die Perspektive in 30 Sekunden

sieht die Gewinnchancen der Ukraine im Krieg mit Russland als verschwindend gering an. Die Pläne der USA, der Ukraine durch militärische und politische Unterstützung zum Sieg zu verhelfen, haben schon im Jahr 2023 als nicht mehr haltbar herausgestellt, meint der geschäftsführende Herausgeber des pro-diplomatischen und anti-militärischen Mediums RESPONSIBLE STATECRAFT.

Hartnäckig halte sich die Überzeugung, dass die Ukraine das Kräftegleichgewicht zu ihren Gunsten verändern könne, wenn sie die richtige Ausrüstung vom Westen erhalte – trotz aller Erfahrungen mit russischen Gegenmaßnahmen gegen ebendiese Waffen. Letztes Jahr seien es Leopard-Panzer und Patriot-Raketensysteme gewesen. Jetzt seien es die F-16-Kampfjets. Jedoch greife dieser Ansatz nicht weit genug, so Episkopos. Truppenstärke und Feuerkraft seien die ausschlaggebenden Faktoren im Krieg – und das ukrainische Militär habe ein gravierendes und wachsendes Defizit an beidem.

Die Situation erinnert Episkopos an den von 1955 bis 1975 dauernden Krieg zwischen Amerika und Vietnam. Die Variablen, die in der Ukraine eine Rolle spielen, seien zwar zweifellos ganz andere, aber der Leichtsinn – sich knietief in einen langwierigen Konflikt zu stürzen, ohne eine realistische Siegesperspektive zu haben – sei dieselbe; und es stehe ähnlich viel auf dem Spiel.

Anmerkung der Redaktion

ist Politikwissenschaftler und arbeitet beim Eurasia-Programm des Quincy Institute. Regelmäßig verfasst er hier auch Beiträge für das Institutsmagazin RESPONSIBLE STATECRAFT. Zudem ist Episkopos Honorarprofessor für Geschichte an der Marymount University. Episkopos hat einen Doktortitel in Geschichte von der American University und einen Master-Abschluss in Internationalen Angelegenheiten von der Boston University. Früher war er Nationaler Sicherheitsreporter für THE NATIONAL INTEREST und hat ausführlich über militärische und außenpolitische Themen geschrieben. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Großmachtwettbewerbs, des internationalen Systems, der transatlantischen Beziehungen, der russischen Außenpolitik, des militärischen Denkens und der Fähigkeiten sowie der Innenpolitik und Sicherheitsfragen in Osteuropa.

RESPONSIBLE STATECRAFT ist die Publikation der US-amerikanischen Denkfabrik Quincy Institute for Responsible Statecraft. Diese wurde Ende 2019 gegründet und will „eine positive Vision der US-Außenpolitik“ entwerfen, deren Säulen Diplomatie und militärische Zurückhaltung sein sollen. Aufmerksamkeit erhielt die Denkfabrik auch, weil sowohl die Open Society Foundation des ungarischen Mäzens , die unter anderem in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, als auch die Koch Foundation des der Tea Party nahestehenden Milliardärs Charles Koch je eine halbe Million Dollar Startkapital beisteuerten. Die JERUSALEM POST kritisiert antisemitische Bemerkungen einzelner Mitarbeiter:innen des Instituts.

Originalartikel
What the Ukraine war has in common with Vietnam
RESPONSIBLE STATECRAFTMark Episkopos
07.08.2024 · 4 Minuten · Englisch
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