Perspektive

zur Debatte vom 08. Juli 2025
Braucht es eine Migrationsquote an Schulen?
Pro

Die unkontrollierte Zuwanderung seit 2015 überfordert das Schulsystem gnadenlos

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der ehemalige Bildungsminister findet, dass Bundesbildungs- und Familienministerin (CDU) mit dem Vorschlag der Migrationsquote in Schulen „ein existenzielles Problem“ anspricht. Unter dem hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund leidet die Qualität der Bildung, schreibt Brodkorb im konservativen Politikmagazin CICERO.

„Wir blicken auf eine unbewältigbare Überforderung des Schulsystems durch eine ungeordnete Zuwanderungs- und Integrationspolitik“, meint Brodkorb. Er betont, dass Deutschland seit 2015 deutlicher schlechter in der PISA-Studie abschneidet, die das Bildungsniveau der Schüler:innen misst. Ein entscheidender Grund dafür sei der Anstieg der Zuwanderung, behauptet Brodkorb, ohne den genauen Zusammenhang wissenschaftlich zu untermauern. Um das Problem ernsthaft anzugehen, fordert Bordkorb „endlich mehr Durchgriff, mehr Konsequenz, mehr Entschlossenheit und ja, auch mehr Strenge“.

Besonders wichtig ist es, dass Schüler:innen die deutsche Sprache beherrschen, erklärt der ehemalige Bildungsminister: „Bildung setzt Sprachkompetenz voraus“. Außerdem sei es für Kinder mit Migrationshintergrund nur dann möglich, effektiv Deutsch zu lernen, wenn sie „untereinander zum Deutschsprechen gezwungen sind“. Je weniger Deutsch-Muttersprachler:innen es in einer Klasse gebe, desto unwahrscheinlicher sei das aber, argumentiert Brodkorb.

Anmerkung der Redaktion

ist SPD-Politiker und Journalist. Von 2011 bis 2016 war er Bildungsminister, von 2016 bis 2019 Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Brodkorb engagiert sich gegen Rechtsextremismus und ist unter anderem Mitinitiator von  ENDSTATION RECHTS, einer Initiative gegen Rechtsextremismus, die von der Jugendorganisation der SPD gegründet worden ist. ENDSTATION RECHTS berichtet unter anderem tagesaktuell über den Rechtsextremismus in Deutschland. Seit 2019 ist Brodkorb Aufsichtsratschef der Universitätsmedizin Rostock und der Universitätsmedizin Greifswald. Brodkorb hat Philosophie und Altgriechisch studiert und sich mit der Erforschung rechtsextremistischer Ideologien befasst.

Der CICERO ist ein monatlich erscheinendes Politikmagazin, das 2004 von gegründet wurde. Weimer war bis 2010 Herausgeber und ist aktuell Kulturstaatsminister. Das Magazin gilt als traditionell konservatives Medium. Schwerpunkte der Berichterstattung liegen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. Laut dem GOETHE-INSTITUT zielt die vor allem auf eine akademische Leser:innenschaft. Seit der Chefredaktion von und mehren sich auch Stimmen, die dem Magazin vorwerfen, inhaltlich nach rechts gerückt zu sein. Schwennicke ist im Januar 2021 aus der Redaktion ausgestiegen. ÜBERMEDIEN beschrieb den CICERO 2019 als „für ganz links zu rechts, für ganz rechts zu mittig“. Im Mai 2025 sorgte das Magazin für Kontroversen, als es das Geheimgutachten des Verfassungsschutzes zur Einstufung der AfD als rechtsextremistische Organisation in voller Länge veröffentlichte. Die linke Zeitung TAZ kritisierte daraufhin: „Der Cicero, der noch in der vergangenen Woche online gepostet hatte, das Durchstechen des Gutachtens an den Spiegel sei „Geheimnisverrat“ und wohl politisch motiviert, feiert sich nun als Verfechter der kritischen Öffentlichkeit.“ Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete den CICERO im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Der Webauftritt des CICERO hatte im März 2026 1,2 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb). Das Magazin erschien im ersten Quartal 2026 in einer verkauften Auflage von rund 45.500 Exemplaren (IVW). Das entspricht einem Einbruch von 15 % im Vergleich zum Vorjahr, in dem sich die Auflage noch deutlich steigern konnte. Der CICERO erscheint im Verlag Res Publica, der Alexander Marguier und dem Unternehmer Dirk Notheis gehört.

Originalartikel
Karin Prien spricht ein existenzielles Problem an
CICEROMathias Brodkorb
07.07.2025 · 6 Minuten · Deutsch
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