Perspektive

zur Debatte vom 16. April 2025
Sollte es auch eine Wehrpflicht für Frauen geben?
Pro

Die Wehrpflicht sollte für alle gelten – im Sinne der Gleichberechtigung

Die Perspektive in 30 Sekunden

„Die Wehrpflicht sollte für alle gelten“, macht die Juristin und Journalistin ihre Ansicht unmissverständlich deutlich. Ansonsten würden die unerwünschten Geschlechterklischees nur gestärkt, schreibt sie in einem Beitrag für den Berliner TAGESSPIEGEL.

Greipl ist überzeugt, dass eine Wehrpflicht ausschließlich für Männer große Folgen für das gesellschaftliche Gesamtbild hätte. So könnte ein reaktionäres Familienbild mit einem starken Mann und seiner kindererziehenden Frau wieder aufkeimen, so die Rechtsexpertin. In Zeiten, wo sich die meisten Frauen die volle Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau wünschen, wäre das ihrer Meinung nach ein großer Rückschritt.

Für Greipl sind die Wehrpflicht für Frauen und Gleichberechtigung dieselbe Seite einer Medaille. Ihrer Ansicht nach geht es in dieser Debatte auch nicht um die Frage, was für eine Armee Deutschland haben soll, sondern um die Frage: „Was für eine Gesellschaft wollen wir sein?“ Für eine Gesellschaft, die auf Gleichberechtigung setzt, müsse auch die Frau bei der Wehrpflicht einbezogen werden, argumentiert Greipl.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalistin und Juristin und seit Mai 2025 Redakteurin beim ZDF. Bei dem öffentlich-rechtlichen Programm hat sie früher bereits als Rechtsreferentin gearbeitet, bevor sie 2023 ein Volontariat beim TAGESSPIEGEL begonnen hat. Für die Berliner Tageszeitung schrieb sie meist über rechts- und außenpolitische Themen. In ihrer Zeit dort hat sie außerdem in der der Wochenzeitung ZEIT hospitiert. Greipl hat Jura und internationales Handelsrecht in Münster, Washington D.C. und Kapstadt studiert. Anschließende Referendariate hat sie am Oberlandesgericht Köln, beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Rechtskanzleienverbund CMS absolviert.

DER TAGESSPIEGEL ist eine 1945 gegründete Tageszeitung aus Berlin. Chefredakteur ist , die Herausgeber sind und . Im Unterschied zur BERLINER ZEITUNG wird der TAGESSPIEGEL traditionell vor allem in den westlichen Bezirken der Stadt gelesen, da die Mauer die Verbreitung der Zeitung auf Westberlin beschränkt hatte. Eine 2024 durchgeführte Untersuchung der Universität Mainz zu 47 Medien ordnet die „ideologische Grundpositionierung“ des TAGESSPIEGELS als gemäßigt liberal-progressiv und gemäßigt sozialstaatsorientiert ein. Seit 2014 erhält der TAGESSPIEGEL besondere Aufmerksamkeit dank seines Checkpoint-Newsletters, der täglich aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft berichtet. EUROTOPICS beschreibt die Blattlinie der Zeitung als liberal. Der TAGESSPIEGEL wurde lange Zeit den regionalen Zeitungen zugerechnet, verfolgt seit einigen Jahren jedoch verstärkt eine überregionale Ausrichtung. Die Printauflage bleibt jedoch stark regional dominiert. Die verkaufte Auflage der Zeitung betrug im vierten Quartal 2025 rund 98.000 Exemplare (IVW), ihre Website verzeichnete laut Similarweb im März 2026 45,2 Millionen Besuche. Im Jahr 2025 war der TAGESSPIEGEL die meistzitierte Regionalzeitung Deutschlands (Quelle: Media Tenor). 2022 geriet die Chefredaktion des TAGESSPIEGELS infolge einer Kolumne des ehemaligen Chefredakteurs in die Kritik. In dem Artikel bezeichnete Martenstein das Tragen von Judensternen auf Corona-Demonstrationen als „sicher nicht antisemitisch“. Daraufhin distanzierte sich die TAGESSPIEGEL-Chefredaktion und depublizierte den Online-Beitrag. Der TAGESSPIEGEL erscheint im Verlag Der Tagesspiegel GmbH, der zur DvH Medien GmbH der Holtzbrinck-Familie gehört. Der DvH gehören außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE sowie 50 Prozent des Verlags der ZEIT.

Originalartikel
Frauen ans Gewehr!: Die Wehrpflicht sollte für alle gelten
DER TAGESSPIEGELCharlotte Greipl
05.04.2025 · 5 Minuten · Deutsch
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