Perspektive

zum Tagesthema vom 08. Oktober 2025
EU-Parlament stimmt für Verbot von „Tofu-Wurst“ und „Veggie-Schnitzel“
Analyse

Diese absurde Debatte muss als Teil eines Kulturkampfs verstanden werden

Die Perspektive in 30 Sekunden

In der regionalen Tageszeitung RHEINISCHE POST (RP) erklärt der leitende Redakteur , warum im EU-Parlament über den „Veggie-Burger“-Begriff gestritten wird. Seiner Meinung nach ist die Debatte absurd – und lässt sich nur im Kontext eines größeren Kulturkampfes verstehen.

Für Vollmer ist die Veggie-Wurst vergleichbar mit dem Gendersternchen: Beides werde von konservativer Seite angegriffen. Ziel sei weniger das jeweilige Thema an sich, sondern gegen einen Kulturwandel anzukämpfen. Faktisch ernähren sich immer mehr Menschen vegetarisch und vegan, so Vollmer. Genauso steige das Bewusstsein für geschlechtliche Gleichstellung. Doch konservative Kräfte wollen diese Veränderungen ihm zufolge nicht wahrhaben.

Deswegen wird versucht, die Sprache zu beeinflussen, stellt der leitende Redakteur die Verbindung her. „Ob die Wurst, auch wenn sie vegan ist, Wurst heißen darf, ist keine Wortklauberei“, beurteilt er. Im Gegenteil: Die Entscheidung würde symbolisieren, auf welcher Seite man im Kulturkampf stehe. Veggie-Wurst stehe stellvertretend für einen Bewusstseinswandel – den die konservative EVP-Fraktion im EU-Parlament verhindern wolle.

Anmerkung der Redaktion

ist seit Juli 2025 als leitender Redakteur in der Zentralredaktion der RHEINISCHEN POST (RP) tätig. Der gebürtige Paderborner studierte in Perugia Neuere und Neueste Geschichte, Politik- und Kommunikationswissenschaft. Seine ersten journalistischen Erfahrungen sammelte er beim WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT und der MÜNSTERSCHEN ZEITUNG. Von 2007 bis 2009 volontierte er bei der RP, um dort später über zehn Jahre als Redakteur in der Nachrichtenredaktion zu arbeiten. Er pflegt eine Vorliebe für historische Themen und für Italien.

Die RHEINISCHE POST (RP) ist die zweitgrößte regionale Tageszeitung in Deutschland. Sie erscheint am Niederrhein und in Teilen des Bergischen Landes. Im Rhein-Kreis Neuss erscheint sie als NEUSS-GREVENBROICHER ZEITUNG, in Solingen als SOLINGER MORGENPOST, in anderen Teilen des Bergischen Landes als BERGISCHE MORGENPOST. Die RP gilt als liberal-konservatives Blatt. Sie beschreibt sich selbst als „Zeitung für Politik und christliche Kultur“, die für „Demokratie, Freiheit und Menschenwürde“ eintritt. Der Schwerpunkt der Berichterstattung liegt auf Nordrhein-Westfalen. Die Zeitung wurde 1946 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Düsseldorf. Chefredakteur ist . Laut einem Ranking von Tenor und KRESS.DE war die RP im ersten Quartal 2023 die drittmeistzitierte Regionalzeitung Deutschlands. Die verkaufte Auflage lag im vierten Quartal 2025 bei rund 247.000 Exemplaren (IVW). Im Vergleich zu 1998 ist der Absatz damit fast um 50 Prozent eingebrochen. Trotzdem dominiert die RP laut ÜBERMEDIEN den Markt Düsseldorfer Lokalzeitungen und hat andere Lokalangebote weitestgehend verdrängt. Die Zeitung hat bereits einige Rügen durch den Deutschen Presserat erhalten. Der Webauftritt der RP hatte im März 2026 12,4 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb). Die RP gehört der Rheinischen Post Mediengruppe, einem Familienunternehmen, das zu mehr als der Hälfte den Nachfahren der RP-Gründer gehört.

Originalartikel
Wann ist die Wurst ’ne Wurst?
RHEINISCHE POST (RP)Frank Vollmer
06.10.2025 · 4 Minuten · Deutsch
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