Perspektive

zur Debatte vom 12. November 2025
Müssen Deutschlands Schüler kriegs- und krisentüchtig werden?
Contra

Diese Idee zeigt nur: Angst- und Stimmungsmache laufen auf Hochtouren

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Autor verurteilt die Idee von Bundesinnenminister (CSU), Kinder in Schulen auf einen möglichen Krieg vorzubereiten, im tendenziell russlandnahen Politikblog NACHDENKSEITEN scharf. Er empfindet den Vorstoß als Rückkehr zur Mentalität des Kalten Krieges und als einen Versuch, Kinder für die eigenen politischen Ziele zu instrumentalisieren.

Schon länger versucht die Politik ihm zufolge, das Feindbild des „bösen Russen“ wieder salonfähig zu machen und die Gesellschaft so hochzuschaukeln. In der jüngsten Debatte sieht Klöckner eine Steigerung dessen. „Nun greifen Sie auch noch die Gehirne der Kinder an“, empört er sich. Er behauptet, dass die Schulen „die Türen für die Bundeswehr öffnen“, also zukünftige Soldaten durch diese Maßnahme gewonnen werden sollen.

Aus seiner Sicht versagt eine Schule, wenn sie solche Maßnahmen unterstützt, statt „politischen Wahnsinn, Manipulation und Propaganda kritisch zu dekonstruieren“. Klöckner empfindet Dobrindts Vorstoß daher nicht als Schutzmaßnahme, sondern als Ausdruck einer fehlgeleiteten und gefährlichen Politik.

Anmerkung der Redaktion

ist Autor bei den NACHDENKSEITEN, beim linken Onlinemagazin TELEPOLIS und beim Blog RUBIKON, der wegen seiner verschwörungstheoretischen Corona-Berichterstattung in Kritik geraten ist. Er ist Autor des Buches „Sabotierte Wirklichkeit. Oder: wenn Journalismus zur Glaubenslehre wird“. Seine journalistischen Schwerpunkte bezeichnet er als „Herrschafts- und Medienkritik“, wobei zahlreiche seiner Beiträge von einem verschwörungstheoretischen Unterton durchzogen sind.

Die NACHDENKSEITEN sind ein politischer Web- und Watchblog aus Deutschland, der seit 2003 online ist. Er bezeichnet sich selbst als kritische Website „für jene, die in den meinungsprägenden Medien kein ausreichend kritisches Meinungspotential mehr erkennen“. Der Blog wurde 2003 vom ehemaligen SPD-Bundestagsmitglied und seinem Parteigenossen , dem ehemaligen Pressesprecher des Landes Nordrhein-Westfalen, gegründet. Chefredakteur ist der Polit-Blogger . 2009 gewann der Blog den Alternativen Medienpreis, der DEUTSCHLANDFUNK bezeichnete die Nachdenkseiten 2012 als den „wohl meistgelesenen Politblog Deutschlands“. Gleichwohl wird seit mehreren Jahren (etwa vom NDR-Medienmagazin Zapp) auch ein zunehmend verschwörungstheoretischer Anstrich des Magazins kritisiert. 2015 verließ Mitgründer Lieb den Blog mit der Begründung, er wolle den veränderten Kurs, der „Objektivität und Unabhängigkeit vernachlässigt“, nicht mehr mittragen. Wiederkehrende Feindbilder bei den NACHDENKSEITEN sind die Systemmedien, die sich „selbst gleichschalten“, die USA und ein nicht näher definierter Neoliberalismus. Das linke Portal BELLTOWER NEWS kritisiert in den NACHDENKSEITEN eine Abarbeitung an nicht näher benannten Eliten, die bisweilen einen verschwörungstheoretischen und antisemitischen Charakter habe. kritisiert auf ÜBERMEDIEN, die Journalismuskritik des Blogs ersetze „Recherche durch Raunen“. In den Beiträgen des Blogs werden außerdem prorussische Positionen deutlich und – in den Worten von Politikwissenschaftler – „Putins Narrative eins zu eins verbreitet“. Fernab dessen finden sich auf den NACHDENKSEITEN aber auch zahlreiche sorgfältig recherchierte, kritische Beiträge. Die NACHDENKSEITEN hatten im April 2026 rund 953.200 Aufrufe (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Angriff auf Kinder: Innenminister will, dass die Schulen auf Krieg vorbereiten
NACHDENKSEITENMarcus Klöckner
27.10.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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