Perspektive
zur Debatte vom 14. Januar 2026
Sind Trumps „Einflusssphären“ eine Gefahr für die globale Ordnung? Hintergrund
„Donroe-Doktrin“: Was man zur neuen US-Außenpolitik wissen muss
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einem Beitrag für das englischsprachige Nachrichtenmagazin THE WEEK hat der Journalist Chas Newkey-Burden zusammengetragen, was die neue „Donroe-Doktrin“ von US-Präsident Donald Trump auszeichnet und welche Auswirkungen sie auf die Weltpolitik haben könnte.
Den Begriff hat demnach CNN-Moderator Jake Tapper nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ins Spiel gebracht. Er ist ein Wortspiel aus Trumps Vornamen und der sogenannten Monroe-Doktrin von 1823. Mit ihr wollte der damalige US-Präsident James Monroe die Einmischung europäischer Staaten in Amerika verhindern und bezeichnete dazu die westliche Hemisphäre – also die Kontinente Nord- und Südamerika – als US-Interessenssphäre. Schon im 20. Jahrhundert wurde die „Monroe-Doktrin“ häufig genutzt, um militärische Interventionen in Lateinamerika zu rechtfertigen, etwa in Kuba oder Chile, führt Newkey-Burden auf. 2013 habe der demokratische Außenminister John Kerry die Anwendung der Doktrin für beendet erklärt.
Die Trump-Regierung hat jetzt jedoch explizit angekündigt, die Monroe-Doktrin wieder durchzusetzen und die US-Vorherrschaft auf den amerikanischen Kontinenten wiederherzustellen, so Newkey-Burden. Neben der Abwehr fremder Mächte sehe Trumps Variante der Doktrin dabei auch eine aktive Ausweitung des US-Netzwerks und wirtschaftlicher Interessen vor – wie jüngst in Venezuela und Grönland, dessen Öl und Mineralien als „untrennbarer Teil der nationalen Sicherheit definiert“ wurden. Newkey-Burden bezieht sich auch auf einen Artikel der NEW YORK TIMES, der eine in solche Einflusssphären aufgeteilte Welt skizziert. Die Konsequenz von Trumps Doktrin könne etwa sein, dass China gleichermaßen im asiatisch-pazifischen Raum Vorherrschaft beansprucht. Die Zurückhaltung von China und Russland bei Maduros Festnahme sei ein Zeichen dafür, dass die dortigen Regime die Doktrin unterstützen.
Anmerkung der Redaktion
Chas Newkey-Burden ist ein britischer Journalist und Autor. Für das britische Nachrichtenmagazin THE WEEK arbeitet er seit über zehn Jahren in der Digital-Redaktion. Newkey-Burden hat seine Karriere als Sportjournalist begonnen und sich seitdem hauptsächlich Promi- und Boulevard-Themen gewidmet. Er hat über 25 Bücher verfasst, mehrere davon Biographien von Prominenten wie Amy Winehouse und Taylor Swift.
THE WEEK ist ein Nachrichtenmagazin, das wöchentlich in zwei Ausgaben erscheint – einer US-amerikanischen und einer britischen. Eine australische Ausgabe wurde 2012 eingestellt. Die Auflage der amerikanischen Ausgabe lag 2019 bei 536.000, die der britischen deutlich darunter bei nur etwa 33.000 Exemplaren. THE WEEK besteht zum Großteil aus Zusammenfassungen der Artikel und Meinungsbeiträge anderer Publikationen. Laut Similarweb hat THEWEEK.COM, der Webauftritt der amerikanischen Seite, rund 5 Millionen Besuche vorzuweisen gehabt. THEWEEK.CO.UK lag mit 1 Million Aufrufen deutlich darunter.
Originalartikel
What is the Donroe Doctrine?
THE WEEK
Chas Newkey-Burden 08.01.2026 ·
4 Minuten ·
Englisch
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