Perspektive

zur Debatte vom 04. Juni 2025
Sollten Hausbesitzer eine Pflichtversicherung gegen Klimaschäden abschließen müssen?
Contra

Eine Pflichtversicherung würde viele in klimagefährdete Regionen ziehen

Die Perspektive in 30 Sekunden

Im Interview mit dem freien Journalisten erklärt der Versicherungswissenschaftler , warum er gegen eine Pflichtversicherung für Elementarschäden, also Schäden durch Naturereignisse, ist. Seiner Meinung nach würden dadurch mehr Menschen in klimagefährdeten Gebieten wohnen. Außerdem betont er die hohen Kosten für die Verbraucher.

Laut Brand leben in Ländern, die bereits eine Versicherungspflicht eingeführt haben, mehr Menschen in hochwassergefährdeten Gebieten als in Deutschland. Er erklärt, dass in Deutschland Leute weniger häufig in solche Regionen ziehen, da Versicherer ihnen keinen Versicherungsschutz anbieten würden. Für ihn stellt sich daher die Frage: „Wie lenken wir zukünftige Siedlungsströme?“ Wenn alle Menschen gegen Extremwetter versichert wären, würde es daher weniger Anreize geben, klimagefährdete Gebiete zu meiden.

Auch die Finanzierung ist laut Brand ein Problem. Für die Versicherungswirtschaft würden sich die Pflichtversicherungen nicht rechnen, erklärt er. Es würden zwar mehr Verträge abgeschlossen werden, aber die steigenden Ausgaben würden überwiegen. Hinzu kommt laut Brand: Wenn alle versichert wären, dann würden überwiegend die Menschen, die in Risikogebieten wohnen, davon profitieren. Denn die Kosten würden hauptsächlich von ihnen verursacht werden. Menschen in seltener betroffenen Regionen müssten allerdings trotzdem zahlen und die Kosten letztendlich mittragen, so Brand.

Anmerkung der Redaktion

ist freier Journalist. Er arbeitet als Redakteur in der ARD-Finanzredaktion und schreibt für TAGESSCHAU.DE und DPA. Zuvor war er in der ARD-Börsenredaktion tätig. Er hat Wirtschaftspolitischen Journalismus an der TU Dortmund und Economic Policy Consulting an der Ruhr-Universität in Bochum studiert. Bereits an der TU Dortmund war Bücker Redakteur vom Dienst für das Campusmagazin KURT.DIGITAL.

ist ein Rechtswissenschaftler. Er ist seit 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Privatversicherungsrecht, Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Mannheim. Seine Schwerpunkte sind Haftungsrecht, Versicherungsrecht, Vertragsrecht und Digitalisierung der Versicherungswirtschaft. Seit 2009 ist er als Direktor des Instituts für Versicherungswissenschaft tätig. Brand hat Rechts- und Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studiert.

Das Online-Nachrichtenportal TAGESSCHAU.DE wurde 1996 veröffentlicht und diente zunächst als begleitendes Infoportal zur gleichnamigen Nachrichtensendung und anderen Nachrichtenangeboten von ARD AKTUELL. Die TAGESSCHAU ist ein öffentlich-rechtliches Angebot der ARD und unterliegt damit den Auflagen des Rundfunkstaatsvertrags. Heute ist TAGESSCHAU.DE eine der meistaufgerufenen Informationsplattformen, zudem gibt es eine Nachrichten-App und Social-Media-Kanäle. Chefredakteur der TAGESSCHAU ist Marcus Bornheim, das Online-Angebot leitet Juliane Leopold. Gemäß Similarweb hatte die Website im März 2026 rund 83,7 Millionen Aufrufe. Im Jahr 2025 betrug die Einschaltquote bei der Hauptausgabe täglich rund 9,6 Millionen Zuschauer:innen. Damit bleibt die TAGESSCHAU die meistgesehene Nachrichtensendung Deutschlands. Seit 2017 ist über die Website auch das Onlineportal FAKTENFINDER aufrufbar, das Falschinformationen sammelt und einordnet.

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