Perspektive

zur Debatte vom 30. April 2026
Sollte die Zukunft selbstfahrenden Autos gehören?
Contra

Durch selbstfahrende Autos drohen Fußgänger komplett von der Straße gedrängt zu werden

Die Perspektive in 30 Sekunden

blickt mit Skepsis auf eine Zukunft mit selbstfahrenden Autos. In seinen Augen hat das Auto Fußgänger bereits zu Bürgern zweiter Klasse gemacht. „Lasst nicht zu, dass uns selbstfahrende Fahrzeuge ganz von der Straße verdrängen“, appelliert der Unternehmer und Podcaster bei der britischen Tageszeitung THE GUARDIAN.

Tranter selbst bezeichnet sich zwar als offen für neue Technologien. Allerdings sieht er die Gefahr, dass sich die Geschichte mit selbstfahrenden Autos wiederholt, wenn die Menschen und ihre Bedürfnisse erneut aus dem Blick geraten sollten. Tranter erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass der öffentliche Raum in der Vergangenheit noch allen Menschen gehört hat, bevor die Autos nach und nach den Platz eingenommen haben.

„Wenn wir wollen, dass die Technologie für autonomes Fahren Erfolg hat, muss sie in den Dienst der Gesellschaft gestellt werden – und nicht umgekehrt“, stellt Tranter daher klar. Er widersetzt sich damit all jenen möglichen Plänen, die den Fußgängerverkehr in irgendeiner Weise regulieren und einschränken wollen. Die Gefahr dafür schätzt er als realistisch ein. „Schließlich lässt sich mit der Förderung der Einführung autonomer Fahrzeuge viel Geld verdienen, sodass es für Unternehmen verlockend sein wird, alles aus dem Weg zu räumen, was ihnen im Weg steht.“

Anmerkung der Redaktion

ist Gründer und CEO von Fusion Media Services Ltd. in London. Er ist zudem als Podcaster aktiv, Co-Host des „Streets Ahead“-Podcasts und ein prominenter Befürworter aktiver Mobilität wie Radfahren und Zufußgehen. Zuvor war er Cycling & Walking Commissioner in den West Midlands unter Bürgermeister Andy Street. In dieser Funktion setzte er sich für den Ausbau der Infrastruktur für den Rad- und Fußverkehr ein. Darüber hinaus ist er Mitgründer von The Running Channel und war Mitglied eines Beratungsgremiums des britischen Verkehrsministeriums (Department for Transport).

THE GUARDIAN ist eine britische Tageszeitung. Sie wurde 1821 in Manchester gegründet und ist damit eins der traditionsreichsten britischen Medien. Neben der TIMES und dem TELEGRAPH gehört THE GUARDIAN zu den „Big Three“ der Zeitungen in Großbritannien. Im Gegensatz zu ihren beiden Konkurrenzzeitungen gilt sie traditionell als Labour-nah. Ihre politische Haltung beschreibt sie selbst als „Mitte-links“. Vor dem Brexit-Referendum 2016 sprach sich die Zeitung für einen Verbleib in der EU aus und kritisierte populistische und irreführende Aussagen und Aktionen der Leave-Kampagne um den späteren Premier . Online ist die Zeitung, die alle Inhalte kostenlos zur Verfügung stellt, nach BBC und THE DAILY MAIL das Medium mit der drittstärksten Reichweite. Die gedruckte Auflage des GUARDIAN ist seit 2003 allerdings auf knapp ein Drittel der ursprünglichen Auflage geschrumpft und lag im Juli 2021 nur noch bei knapp 105.000 Exemplaren. Seitdem veröffentlicht die Zeitung keine Auflagenzahlen mehr. Im April 2026 hatte die Website theguardian.com knapp 300 Milionen Aufrufe. Die Chefredakteurin des GUARDIAN ist Katharine Viner.

Originalartikel
The car made pedestrians second-class citizens. Don’t let driverless vehicles push us off the road altogethe
THE GUARDIANAdam Tranter
12.06.2025 · 4 Minuten · Englisch
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