Perspektive
zur Debatte vom 26. Januar 2026
Sollte Deutschland die Fußball-WM in den USA boykottieren? Pro
Ein Boykott wäre auch eine Frage des Anstands
Die Perspektive in 30 Sekunden
Jens Balzer spricht sich für einen deutschen WM-Boykott aus. In seinem Kommentar beim öffentlich-rechtlichen Radiosender RADIO EINS hält er einen Boykott nicht nur politisch, sondern auch moralisch für geboten. Es ist laut Balzer eine Sache des Anstands und der Selbstachtung, unter den aktuellen Umständen auf dieses Turnier zu verzichten.
Balzer verweist dabei einerseits auf das Gastgeberland USA, das sich in seinen Augen „gerade in eine faschistische Diktatur verwandelt“. Ein weiterer Grund für einen Boykott ist für den Kulturjournalisten der Fußballweltverband FIFA, „der von einem korrupten Speichellecker geführt wird“, so Balzer mit Blick auf FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der hatte US-Präsident Donald Trump jüngst erst einen eigens erfundenen „Friedenspreis“ überreicht.
Für Balzer ist klar: Jeder, dem an diesem Sport noch halbwegs etwas liegt, sollte bei diesem „Schweinekram“ nicht mehr mitmachen. Balzer selbst hält es schon für schlimm genug, dass er mit seinen Rundfunkgebühren die Übertragungsrechte mitfinanziert. „Ich weiß wirklich nicht, warum es dagegen nicht schon lange einen Aufstand der Massen gegeben hat.“ Für Balzer wäre jedenfalls jetzt der richtige Moment dafür.
Anmerkung der Redaktion
Jens Balzer ist Autor und Kulturjournalist. Er arbeitet unter anderem für DIE ZEIT, den DEUTSCHLANDFUNK, den ROLLING STONE, den SPIEGEL, die NEW YORK TIMES, RADIO EINS und viele weitere. Er war stellvertretender Feuilletonchef der BERLINER ZEITUNG und hat als Kurator an der Volksbühne in Berlin, bei den Münchner Kammerspielen und von 2010 bis 2025 am Popsalon des Deutschen Theaters Berlin gearbeitet. Studiert hat er Informatik, Philosophie und Germanistik an der Universität Hamburg. Balzer hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt erschien 2024 „After Woke“.
RADIO EINS ist ein Radiosender für Berlin und Brandenburg. Er gehört zur öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalt RUNDFUNK BERLIN-BRANDENBURG (RBB) und sendet aus Potsdam-Babelsberg. Laut der Medienanalyse „ma Audio 2025 II“ erreicht RADIO EINS jeden Wochentag zwischen 5 und 24 Uhr eine Reichweite von 480.000 Hörer:innen, die über dem Alter von 14 Jahren sind. Das macht den Sender zum Marktführer im Radiomarkt Berlin-Brandenburg. Auf der RADIO-EINS-Website werden außerdem Artikel, vor allem zu gesellschaftlichen Themen, veröffentlicht. Die Seite hatte im März 2026 rund 579.000 Aufrufe (Quelle: Similarweb). Entstanden ist RADIO EINS 1997 aus den Sendern RADIO B ZWEI der ehemaligen Berliner Landesrundfunkanstalt SFB und dem Sender RADIO BRANDENBURG der ehemaligen Brandenburger Landesrundfunkanstalt ORB. Die Zielgruppe des Senders sind frühere Hörer:innen des RBB-Jugendradios Fritz über 25 Jahre, weswegen er den Slogan „Nur für Erwachsene“ führt. 2003 erhielt Radio Eins als erste Radiostation den Echo-Preis für „Die Beste Medialeistung“. Sehr erfolgreich war außerdem die Sendung „Sanft & Sorgfältig“ von Moderator Jan Böhmermann und Musiker Olli Schulz, welche 2012 bis 2016 ausgestrahlt wurde. Programmchef von RADIO EINS ist der Journalist Robert Skuppin.
Originalartikel
Boykott der Fußball-WM 2026? Balzer fordert klare Haltung
RADIO EINS
Jens Balzer 20.01.2026 ·
5 Minuten ·
Deutsch
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