Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollten wir Russland in sicherheitspolitischen Fragen stärker mit einbeziehen?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Ein Dialog mit Russland wird nicht funktionieren

Die Perspektive in 30 Sekunden

Dass ein sinnvoller Dialog zwischen EU und Russland gelingen könne, sei ein „fast fanatischer Glaube“ Berlins, kritisiert die estländische Politikwissenschaftlerin in INTERNATIONALE POLITIK. Davon müsse die Bundesregierung ablassen.

Sie argumentiert: ein politischer Dialog sei nur dann erfolgreich, wenn er als „Instrument zur Erreichung außenpolitischer Ziele” verstanden werde. Ziel des deutsch-russischen Dialogs seien jedoch „freundschaftliche Beziehungen zu Moskau“. Und genau dabei handele es sich um eine Illusion. Denn die Meinungsverschiedenheiten zwischen Russland und dem Westen über die europäische und internationale Sicherheitsordnung seien „grundlegender Natur und nicht nur ein vorübergehendes Phänomen“, warnt die Politologin.

So hege Russland eine grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber der liberalen Demokratie und rechtsstaatlichen Prinzipien. Präsident Putin wolle seine „Einflusssphäre weiter ausbauen und verhindern, dass die Ukraine sich als funktionsfähige Demokratie in Europa integriert“, meint Raik. Russlands Wahrnehmung der passe daher einfach nicht zu den Prinzipien „des freundschaftlichen Engagements“. Ein freundschaftlicher Dialog zwischen Deutschland und Russland sei daher nicht zielführend.

Anmerkung der Redaktion

Dr.  ist eine estnische Wissenschaftlerin und Politikerin. Seit Februar 2018 ist sie Direktorin des estnischen Instituts für Außenpolitik am ICDS (Internationalen Zentrum für Verteidigung und Sicherheit). Außerdem ist sie Ratsmitglied des Europäischen Rates für auswärtige Beziehungen und Professorin an der Universität Turku. Raik gehört der Sozialdemokratischen Partei Estlands an.

 

INTERNATIONALE POLITIK (IP) ist eine von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik herausgegebene Fachzeitschrift zu internationalen Beziehungen. Die Zeitschrift erscheint seit 1995 und beschäftigt sich mit Fragen deutscher und europäischer Politik, Russland, den transatlantischen Beziehungen und Sicherheitsthemen. Die verkaufte Auflage der gedruckten Ausgabe lag im ersten Quartal 2003 bei 3.500 Exemplaren. Die IP erscheint alle zwei Monate und hat mit dem BERLIN POLICY JOURNAL einen englischsprachigen Ableger.

Originalartikel
Zeit für eine neue Russland-Politik
INTERNATIONALE POLITIKKristi Raik
25.06.2021 · 5 Minuten · deutsch
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