Perspektive
zum Tagesthema vom 21. September 2021
Ende der COVID-19-Maßnahmen: Viel Gegenwind für „Freedom Day“-Forderung in Deutschland Kritik
Ein Freiheitstag führt in die nächste Pandemiekatastrophe
Die Perspektive in 30 Sekunden
WAZ-Vize-Chefredakteur Alexander Marinos kann den Forderungen nach einem „Freedom Day“ nicht viel abgewinnen. Er argumentiert, dass die Infektionen mit Beginn der kalten Jahreszeit wieder exponentiell ansteigen werden. Dies dürfte dann mehr oder weniger alle Ungeimpften treffen, darunter neun Millionen Kinder unter zwölf Jahren, warnt er.
Hunderttausende müssten sich zudem auf dauerhafte Beschwerden einstellen, da etwa jeder zehnte Infizierte an Long Covid leide, also den Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung. „Wir sprechen hier von einer ganzen Generation mit chronisch kranken Menschen“, warnt Marinos. „Ohne weitere Schutzmaßnahmen würde das Gesundheitssystem schnell wieder an seine Grenzen geführt mit womöglich fatalen Folgen für die gesamte Gesellschaft.“
Auch begünstige eine ungehemmte Verseuchung von großen Teilen der Bevölkerung das Aufkommen neuer, gefährlicherer Virus-Varianten. Statt alle Maßnahmen aufzuheben, solle man deshalb lieber Impfanreize verstärken. „Das ist der Weg in die Freiheit“, so Marinos. Ein Freiheitstag hingegen führe „wieder hinein in die Katastrophe“.
Anmerkung der Redaktion
Alexander Marinos ist stellvertretender Chefredakteur der WESTDEUTSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG (WAZ) und Lehrbeauftragter an der Westfälischen Hochschule. Er hat Journalistik, Politikwissenschaften und Philosophie an der Universität Dortmund studiert und anschließend sein Volontariat beim Remscheider General-Anzeiger absolviert. 1998 hat er im Fach Journalistik promoviert. Er hat unter anderem bei der DPA, beim WDR und bei der ESSLINGER ZEITUNG gearbeitet.
Die WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG (WAZ) ist die größte deutsche Regionalzeitung und der Ursprung der einflussreichen Funke Mediengruppe. Sie wurde im Jahr 1948 von Erich Brost und Jakob Funke gegründet. Ihr Hauptsitz ist in Essen, sie erscheint jedoch im gesamten Ruhrgebiet. Im Laufe der Jahre wurden mehrere andere Zeitungen aufgekauft und die „Zeitungsgruppe WAZ“ entstand, die 1997 in „WAZ Mediengruppe“ umbenannt wurde und 2013 schließlich zur Funke Mediengruppe wurde. Schwestermedien der WAZ sind damit unter anderem die WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU, das HAMBURGER ABENDBLATT und die BERLINER MORGENPOST. Außerdem gehören zu Funke die Magazine BILD DER FRAU, BRIGITTE und GALA sowie diverse weitere Print- und Hörfunkmedien. Überregionale Themen werden von der Zentralredaktion in Berlin bearbeitet. Chefredakteur der WAZ ist seit 2014 Andreas Tyrock. 2014 erntete die Funke Mediengruppe Kritik für eine Spende von 15.000 Euro an Lokalverbände der CDU. Die WAZ erhielt 2025 eine Rüge des Deutschen Presserats, weil sie das verpixelte Bild eines nackten Vergewaltigungsopfers veröffentlichte, das aus ihrem Fenster um Hilfe rief, und den Bericht mit „Sex-Drama“ betitelte. Wie zahlreiche andere Zeitungen hat auch die Funke Mediengruppe stark mit sinkenden Auflagezahlen zu kämpfen. Im ersten Quartal 2026 lag die verkaufte Auflage der Funke-Regionalzeitungen in Nordrhein-Westfalen bei rund 295.000 Exemplaren (IVW), zu Beginn des Jahrtausends waren es noch knapp dreimal so viele. Der Webauftritt der WAZ hatte im März 2026 19,4 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Ein "Freedom Day" führt in die nächste Corona-Katastrophe
WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG (WAZ)
Alexander Marinos 20.09.2021 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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