Perspektive
zur Debatte vom 22. Juli 2025
Sollten alle 18-Jährigen in Deutschland 20.000 Euro Grunderbe erhalten? Contra
Ein Grunderbe ist alles andere als gerecht
Die Perspektive in 30 Sekunden
In der wirtschaftsliberalen Zeitung HANDELSBLATT kritisiert der Leiter des Meinungsressorts Thomas Sigmund den Vorschlag für das Grunderbe. Er hält die Idee für ungerecht. Besonders die Finanzierung über eine höhere Erbschaftssteuer sei unfair gegenüber denjenigen, die hart für ihren Wohlstand gearbeitet haben und diesen an ihre Familie weitergeben wollen.
„Der Staat kassiert bei denen, die über Generationen vorsorgen – um genau dieses Geld dann gleichmäßig an alle zu verteilen“, fasst Sigmund den Vorschlag zusammen. „Auch an jene, die nie eine reale Benachteiligung erfahren haben“, betont er. Laut Sigmund haben Menschen aus wohlhabenden Familien ihr Erbe also verdient – Empfänger:innen der Grundrente womöglich nicht.
„Für ein Leben im Wohlstand muss man sich anstrengen“, steht für ihn fest. Daher lehnt er Maßnahmen ab, die Vermögen umverteilen. Dazu gehören unter anderem das bedingungslose Grundeinkommen, Inflationsprämien und Gratis-ÖPNV für alle, so Sigmund. Der Kern dieser Maßnahmen ist seiner Meinung nach: „Wer nichts tut, bekommt.“
Anmerkung der Redaktion
Thomas Sigmund ist Journalist, Sachbuchautor und Leiter des Meinungsressorts der Finanz- und Wirtschaftszeitung HANDELSBLATT. Zuvor war er dort auch Ressortleiter Politik sowie Leiter des Hauptstadtbüros. Der studierte Rechts- und Politikwissenschaftler hat bei der Mediengruppe STRAUBINGER TAGBLATT/LANDSHUTER ZEITUNG volontiert und dort anschließend als Politik- und Wirtschaftsredakteur gearbeitet. 2015 wurde er mit dem Regino-Preis für herausragende Justizberichterstattung ausgezeichnet.
Das HANDELSBLATT ist eine Tageszeitung mit Sitz in Düsseldorf, Chefredakteur ist Sebastian Matthes. Das HANDELSBLATT ist die auflagenstärkste deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzzeitung und ein Börsenpflichtblatt. Sie wird zu den Leitmedien gezählt, also zu den Medien, die einen besonderen Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf andere Massenmedien ausüben. Das HANDELSBLATT erschien erstmals 1946 mit der Auflage der britischen Militärbehörden, das „friedliche Zusammenspiel von Arbeit und Kapital“ journalistisch im Einklang zu halten. Die Blattlinie des HANDELSBLATTS gilt als wirtschaftsliberal. Das HANDELSBLATT finanziert sich durch Abonnements, Printverkäufe und Werbung. Es hostet außerdem Live-Events in Form von Tagungen, Trainings und Konferenzen. Im ersten Quartal 2025 war das HANDELSBLATT die meistzitierte Wirtschaftszeitung Deutschlands (Quelle: Media Tenor). Die verkaufte Auflage liegt bei ca. 157.500 Exemplaren (IVW Q1/2026). Die Website des HANDELSBLATTS verzeichnete im März 2026 24,2 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). Die Zeitung wird von der Handelsblatt Media Group herausgegeben, die der DvH Medien GmbH der Familie Holtzbrinck gehört. Der DvH gehören außerdem die Titel TAGESSPIEGEL, WIRTSCHAFTSWOCHE sowie 50 % Anteile an der ZEIT.
Originalartikel
Grunderbe für alle – absurder geht es nicht
HANDELSBLATT
Thomas Sigmund 14.06.2025 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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