Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir einen höheren Mindestlohn? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Ein höherer Mindestlohn kostet Arbeitsplätze
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Ungefährlich ist die Mindestlohn-Erhöhung nicht“, warnt Wirtschaftsredakteur Patrick Bernau in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG (FAZ). Vor allem in Krisenzeiten könnte ein höherer Mindestlohn viele Arbeitsplätze kosten, argumentiert er.
Mindestlöhne würden meistens dann eingeführt oder erhöht, wenn es dem Arbeitsmarkt gut gehe, erläutert Bernau und zitiert eine US-amerikanische Studie. Nur dann sei die Angst vor der Arbeitslosigkeit so klein, dass die Menschen über höhere Löhne nachdenken, paraphrasiert er. In diesen Zeiten „schadet der Mindestlohn nicht so sehr“, räumt er ein. Jedoch nehme er „schleichend immer ein bisschen von der Dynamik am Arbeitsmarkt weg“. Und das räche sich dann, wenn der nächste wirtschaftliche Abschwung komme.
Die Zahlen zeigen, dass der Mindestlohn in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze gekostet habe, argumentiert Bernau. Denn in den Branchen, die vom Mindestlohn „betroffen“ waren – in denen also viele Menschen mit Mindestlohn angestellt sind – sei die Stellenzahl „deutlich langsamer als in den anderen Branchen“ gewachsen. Das sei gefährlich. Denn „Deutschland kann jeden Arbeitsplatz brauchen“, so Bernau.
Anmerkung der Redaktion
Patrick Bernau ist Journalist und verantwortlicher Redakteur für die Online-Wirtschafts- und Finanzberichterstattung bei der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG. Außerdem ist er als Redakteur in den Ressorts „Wirtschaft“ und „Wert“ bei der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG tätig. Der studierte Volkswirt und Politikwissenschaftler hat die Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft absolviert und anschließend zunächst als Wirtschafts- und Finanzberichterstatter für WIRTSCHAFT ONLINE gearbeitet. Er ist Mitglied im Vorstand der Kölner Journalistenschule und im Kuratorium des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung. Bernau hat zur Frage menschlichen Verhaltens in wirtschaftlichen Fragen promoviert.
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) ist eine deutsche überregionale Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist 1949 gegründet worden und wird zu den deutschen Leitmedien gezählt. Die FAZ hat keine Chefredaktion, sondern wird seit ihrer Gründung von einem Herausgebergremium geleitet, bestehend aus Gerald Braunberger, Jürgen Kaube, Carsten Knop und Berthold Kohler. Laut Eigenangabe steht die FAZ „für den Erhalt und die Stärkung der demokratischen Ordnung und der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland“. Die Zeitung gilt als liberalkonservatives Blatt. THE EUROPEAN schreibt über die „drei Gesichter“ der FAZ: Sie habe einen eher konservativen, staatstragenden Politikteil, ein linksliberales Feuilleton und einen liberalen Wirtschaftsteil. Der DEUTSCHLANDFUNK schreibt 2019 über die FAZ: „Seit ihrer Gründung steht die Zeitung für Qualitätsjournalismus, der vor allem von Alpha-Männern verantwortet wird.“ Die verkaufte Auflage der Zeitung lag im vierten Quartal 2025 bei rund 332.000 Exemplaren (IVW) und hat im Vergleich zum vorigen Quartal leicht abgenommen. Die Printauflage der Zeitung ist allerdings seit Jahren rückläufig. Laut Similarweb hatte der Webauftritt der FAZ im März 2026 rund 38,5 Millionen Besuche zu verzeichnen. Die FAZ wird von der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH herausgegeben, die neben der täglich erscheinenden FAZ auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) und das Online-Nachrichtenportal FAZ verantwortet. Das Unternehmen ist zu 93,7 Prozent im Besitz der gemeinnützigen FAZIT-Stiftung, die von den Verlegern und Herausgebern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegründet wurde. Der verbleibende Anteil wird von den vier Herausgebern gehalten. Diese einzigartige Eigentümerstruktur soll die redaktionelle Unabhängigkeit der Zeitung wahren.
Originalartikel
Die Gefahren des Mindestlohns
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ)
Patrick Bernau 10.07.2020 ·
3 Minuten ·
deutsch
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