Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir einen höheren Mindestlohn? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Ein höherer Mindestlohn kurbelt die Wirtschaft an
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Den höheren Mindestlohn braucht es jetzt“, fordert Arbeits-Redakteur David Gutensohn auf ZEIT ONLINE. Die Angst, ein höherer Mindestlohn beutle die Unternehmen, sei völlig unbegründet. Die Wirtschaft würde gar profitieren, prophezeit er. Denn ein höherer Mindestlohn stärke den Konsum.
Gerade in einer Wirtschaftskrise sei „ein höherer Lohn das ideale Konjunkturpaket“, versichert Gutensohn. Ein höherer Mindestlohn würde genau diejenigen Menschen mit mehr Geld ausstatten, die es auch ausgeben würden, argumentiert er. Mehr zur Verfügung hätten damit „Niedriglöhner, die so gut wie nicht sparen können und deshalb unmittelbar konsumieren“. Aus diesem Grund würde ein höherer Mindestlohn Unternehmen keineswegs schaden. Vielmehr würde er die Wirtschaft kräftig ankurbeln, meint der Redakteur.
Deutsche Unternehmen würden auf lange Frist also von einem deutlich höheren Mindestlohn profitieren, so Gutensohn. Und falls die Lohnsteigerung einem Unternehmen tatsächlich ernsthafte Schwierigkeiten bereitet, sei das „vielleicht auch richtig so“. Denn das zeige, dass dessen Geschäftsmodell „nur aufgrund von Hungerlöhnen funktioniert“, betont der Redakteur. Und das sei kein vernünftiges Geschäftsmodell.
Anmerkung der Redaktion
DIE ZEIT ist die größte deutsche Wochenzeitung und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie zählt zu den deutschen Leitmedien und hat damit bedeutenden Einfluss in der Medienlandschaft. DIE ZEIT erscheint seit 1946 und wurde zunächst als rechtskonservatives Blatt ausgelegt. Erst in den 1960er Jahren wurde die Wochenzeitung als liberales Medium ausgerichtet. In gesellschaftspolitischen Fragen gilt DIE ZEIT als grundsätzlich (links-)liberal, hat allerdings auch viele Gastbeiträge aus dem gesamten Meinungsspektrum oder stellt Beiträge mit gegensätzlichen Meinungen gegenüber. Der NDR urteilt, DIE ZEIT gelte als „Blatt der Akademiker und Intellektuellen“ – und sei damit durchaus erfolgreich. Tatsächlich gehört DIE ZEIT zu den wenigen deutschsprachigen Printmedien, die seit der Digitalisierung an Auflage gewonnen haben. Zuletzt lag die verkaufte Auflage bei rund 625.000 Exemplaren (IVW Q4/2025). Die Website der ZEIT hatte im März 2026 55,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). 2021 veröffentlichte DIE ZEIT einen Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin plädierte er für eine engere Kooperation zwischen Russland und Europa, übte jedoch zugleich deutliche Kritik an NATO und Europäischer Union. Die Veröffentlichung löste eine breite Kontroverse aus; insbesondere wurde die Zeitung dafür kritisiert, dem russischen Präsidenten eine Plattform zu bieten. Die ZEIT hat mehrere Podcasts, darunter sehr erfolgreiche Reihen wie „Alles gesagt?“ und „ZEIT Verbrechen“. Chefredakteure sind Jochen Wegner und Giovanni di Lorenzo, der auch Mitherausgeber des TAGESSPIEGELS ist. Die Zeitung erscheint im Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, dessen Eigentümer zu unterschiedlichen Teilen der Holtzbrinck-Familie angehören. Die DvH Media Group, die 50 Prozent der Anteile am Zeitverlag hält, besitzt außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE und den TAGESSPIEGEL.
Originalartikel
Mindestlohn: Ein Euro und zehn Cent mehr sind immer noch nicht genug
DIE ZEIT 30.06.2021 ·
3 Minuten ·
deutsch
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