Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir eine europäische Armee?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Eine europäische Armee ist unrealistisch

Die Perspektive in 30 Sekunden

Europa gerate „in der Machtarithmetik der Großmächte immer weiter ins Hintertreffen“ und die USA verfolgten auch unter Biden eine „America first“ Doktrin, räumt der deutsche General a. D. in einem Gastbeitrag für CICERO.DE ein. Dennoch sei er sich sicher, dass eine europäische Armee vorerst Zukunftsmusik bleibt und die Zukunft Europas in der NATO liegt.

Solange die EU keine großen Schritte bei der politischen Integration mache, sei eine gemeinsame Verteidigungspolitik unrealistisch. Es bräuchte hierfür „eine europäische Regierung mit einem Verteidigungsminister, der einem Parlament verantwortlich ist“.

Kujat ist überzeugt, dass die Selbstbehauptung der EU „durch die Stärkung des europäischen Pfeilers der NATO“ verbessert werden könne. Ein entscheidender Schritt, um dies zu bewerkstelligen, liege in der Erfüllung des Nato-zwei-Prozent-Ziels, wonach die Verteidigungsausgaben der Bündnispartner auf zwei Prozent des BIP steigen sollen.

Anmerkung der Redaktion

ist ein deutscher General a. D. der Luftwaffe. Anfang der 2000er Jahre hat er den Posten als Generalinspekteur der Bundeswehr innegehabt. Von 2002 bis 2005 ist Kujat Vorsitzender des NATO-Militärausschusses gewesen. Ab Juli 2019 ist er zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Waffenherstellers Heckler & Koch gewählt worden, hat dieses Engagement aber nach einem Jahr wieder beendet. In Talkshows ist er ein gern gesehener Gast, auch wenn er durch seine Positionen polarisiert. Kujat gilt als russlandfreundlich.

Der CICERO ist ein monatlich erscheinendes Politikmagazin, das 2004 von gegründet wurde. Weimer war bis 2010 Herausgeber und ist aktuell Kulturstaatsminister. Das Magazin gilt als traditionell konservatives Medium. Schwerpunkte der Berichterstattung liegen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. Laut dem GOETHE-INSTITUT zielt die vor allem auf eine akademische Leser:innenschaft. Seit der Chefredaktion von und mehren sich auch Stimmen, die dem Magazin vorwerfen, inhaltlich nach rechts gerückt zu sein. Schwennicke ist im Januar 2021 aus der Redaktion ausgestiegen. ÜBERMEDIEN beschrieb den CICERO 2019 als „für ganz links zu rechts, für ganz rechts zu mittig“. Im Mai 2025 sorgte das Magazin für Kontroversen, als es das Geheimgutachten des Verfassungsschutzes zur Einstufung der AfD als rechtsextremistische Organisation in voller Länge veröffentlichte. Die linke Zeitung TAZ kritisierte daraufhin: „Der Cicero, der noch in der vergangenen Woche online gepostet hatte, das Durchstechen des Gutachtens an den Spiegel sei „Geheimnisverrat“ und wohl politisch motiviert, feiert sich nun als Verfechter der kritischen Öffentlichkeit.“ Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete den CICERO im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Der Webauftritt des CICERO hatte im März 2026 1,2 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb). Das Magazin erschien im ersten Quartal 2026 in einer verkauften Auflage von rund 45.500 Exemplaren (IVW). Das entspricht einem Einbruch von 15 % im Vergleich zum Vorjahr, in dem sich die Auflage noch deutlich steigern konnte. Der CICERO erscheint im Verlag Res Publica, der Alexander Marguier und dem Unternehmer Dirk Notheis gehört.

Originalartikel
Der Nukleus der europäischen Armee
CICEROHarald Kujat
07.12.2020 · 6 Minuten · deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst. Mehr...
Zum Artikel