Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir eine europäische Armee?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Eine europäische Armee muss her

Die Perspektive in 30 Sekunden

Die Zeiten, in denen die EU die Verteidigungsfragen auf die NATO auslagern konnte, sind laut EU-Korrespondent gezählt. In der SÜDDEUTSCHE ZEITUNG argumentiert er, dass sich die EU militärisch stärker von den USA unabhängig machen müsse. Brössler rückt dabei deutsch-französische Meinungsverschiedenheiten ins Zentrum seines Kommentars.

Während Macron mehr europäische Souveränität einfordere, halte Annegret Kramp-Karenbauer derartige Vorstöße für illusionär – die europäische Verteidigung sei ohne die USA undenkbar. Daniel Brössler ist überzeugt, dass sich beide Positionen problemlos vereinbaren lassen. Es gelte bloß auszuloten, „was in der EU mach- und durchsetzbar ist“. In diesem Zusammenhang äußert sich Brössler positiv zu dem SPD-Vorstoß, mit einer kleinen europäischen Truppe zu beginnen, die der Kommission direkt unterstellt wäre. Dadurch entkomme man der Abhängigkeit von den USA zwar immer noch nicht, mache aber den ersten Schritt in Richtung militärischer Souveränität.

Eines steht für ihn in jedem Fall fest: Die EU kann sich nicht mehr ohne Vorbehalte auf die USA verlassen. Einerseits sehe Joe Biden Amerikas strategischen Schwerpunkt in China und nicht Europa, andererseits bleibe „die Rückkehr des Trumpismus an die Macht eine ständige Gefahr“.

Anmerkung der Redaktion

ist SZ-Korrespondent und leitender Redakteur in der Parlamentsredaktion und zuständig für das Kanzleramt. Brössler leitete in der Vergangenheit das Büro der DEUTSCHEN PRESSE-AGENTUR (DPA) in Warschau und berichtete als Korrespondent aus Bratislava. Seit 1999 ist er in der außenpolitischen der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG tätig. Brössler hat Kommunikationswissenschaften und Politik in Washington D. C. und München studiert.

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist . Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.

Originalartikel
Eine europäische Armee muss her
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)Daniel Brössler
17.11.2020 · 3 Minuten · deutsch
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