Perspektive

zur Debatte vom 19. Dezember 2025
Sollten sogenannte Problemwölfe schneller abgeschossen werden dürfen?
Contra

Einmal mehr gewinnen Emotionen über Fakten

Die Perspektive in 30 Sekunden

In der überregionalen FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG (FAZ) kritisiert die Feuilleton-Redakteurin die Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz. Ihrer Meinung nach wurde die Entscheidung von Emotionen geleitet – denn Beweise zeigen ihr zufolge, dass die Bejagung der Tiere das Problem nicht lösen wird.

Der Grund für die geplanten Abschüsse von Wölfen ist laut Ahne der Schutz von Nutztieren wie etwa Schafherden. Das ist zwar theoretisch ein vernünftiger Grund, meint sie – doch die Bejagung der Wölfe werde die Herden nicht schützen. Studien aus Spanien, Slowenien und den USA zeigen Ahne zufolge, dass der Abschuss von Wölfen keinen Rückgang an gerissenen Nutztieren nach sich zieht.

Entscheidend sei viel eher die Art, wie die Tiere gehalten werden. „Es gibt Untersuchungen etwa aus Niedersachsen, wonach bei 80 Prozent der Risse die Tiere nicht oder nicht ausreichend eingezäunt waren“, betont Ahne. Trotzdem habe es keine Forderungen gegeben, den Herdenschutz voranzutreiben. Der Schutz der Nutztiere kann also nicht als Argumentation für die Wolfsjagd genutzt werden, meint die Feuilleton-Redakteurin.

Anmerkung der Redaktion

ist Autorin und seit 2021 Redakteurin im Feuilleton der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG (FAZ). Ahne hat besonderes Interesse an Naturthemen, mit einem Fokus auf dem Verhältnis von Mensch und Natur. Sie hat unter anderem ein Buch über die emotionale und kulturelle Perspektive der Menschen auf den Wolf geschrieben, welches in der „Naturkunden“-Reihe im Matthes & Seitz Verlag in Berlin erschienen ist. Vor ihrer Anstellung bei der FAZ hat Ahne für die BERLINER ZEITUNG geschrieben. Studiert hat sie Vergleichende Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin und am University College London.

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) ist eine deutsche überregionale Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist 1949 gegründet worden und wird zu den deutschen Leitmedien gezählt. Die FAZ hat keine Chefredaktion, sondern wird seit ihrer Gründung von einem Herausgebergremium geleitet, bestehend aus , , und . Laut Eigenangabe steht die FAZ „für den Erhalt und die Stärkung der demokratischen Ordnung und der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland“. Die Zeitung gilt als liberalkonservatives Blatt. THE EUROPEAN schreibt über die „drei Gesichter“ der FAZ: Sie habe einen eher konservativen, staatstragenden Politikteil, ein linksliberales Feuilleton und einen liberalen Wirtschaftsteil. Der DEUTSCHLANDFUNK schreibt 2019 über die FAZ: „Seit ihrer Gründung steht die Zeitung für Qualitätsjournalismus, der vor allem von Alpha-Männern verantwortet wird.“ Die verkaufte Auflage der Zeitung lag im vierten Quartal 2025 bei rund 332.000 Exemplaren (IVW) und hat im Vergleich zum vorigen Quartal leicht abgenommen. Die Printauflage der Zeitung ist allerdings seit Jahren rückläufig. Laut Similarweb hatte der Webauftritt der FAZ im März 2026 rund 38,5 Millionen Besuche zu verzeichnen. Die FAZ wird von der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH herausgegeben, die neben der täglich erscheinenden FAZ auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) und das Online-Nachrichtenportal FAZ verantwortet. Das Unternehmen ist zu 93,7 Prozent im Besitz der gemeinnützigen FAZIT-Stiftung, die von den Verlegern und Herausgebern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegründet wurde. Der verbleibende Anteil wird von den vier Herausgebern gehalten. Diese einzigartige Eigentümerstruktur soll die redaktionelle Unabhängigkeit der Zeitung wahren.

Originalartikel
Wehrhaft gegen den Wolf
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ)Petra Ahne
17.12.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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