Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte der europäische Emissionshandel ausgeweitet werden? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Emissionshandel für Gebäude ist nicht zu Ende gedacht
Die Perspektive in 30 Sekunden
Im WESER KURIER hat Ökonom Lüder Gerken einen Gastbeitrag zur Ausweitung des Emissionshandels veröffentlicht. Seine Kritik: Die Ausweitung des Emissionshandels für Gebäude funktioniere nur bei Eigentum.
Durch den Emissionshandel für Gebäude soll eine „Renovierungswelle“ erzeugt werden, erläutert Lüder Gerken. Für Öl- und Gasheizungen müssen Emissionsrechte gekauft werden. Das treibe die Heizkosten in die Höhe. So sollen Eigentümer dazu motiviert werden, Renovierungsmaßnahmen einzuleiten, um an den Heizkosten zu sparen, schreibt der Ökonom.
Dieses Modell sei aber nur bei selbst genutztem Wohnraum effektiv. „Bei Vermietung dagegen zahlt der Eigentümer zwar die Renovierung, aber über die Heizkostenersparnis freut sich der Mieter, seine Nebenkosten sinken. Der Eigentümer hat also keinen Anreiz, zu renovieren“, schlussfolgert der Ökonom.
Die Idee einiger Politiker:innen, die Eigentümer:innen die Heizkosten zahlen zu lassen, hält er deshalb für sinnlos. Vermieter:innen könnten einfach eine höhere Kaltmiete verlangen oder gar nicht mehr vermieten – das koste nur ohnehin schon knappen Wohnraum. Der Emissionshandel für Gebäude mache deshalb nur Sinn, wenn eine ergänzende Regelung eingeführt wird, „die dem Eigentümer bei Vermietungen die nötigen Renovierungsanreize vermittelt“, schlussfolgert Gerken.
Anmerkung der Redaktion
Lüder Gerken ist ein deutscher Ökonom. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Rechtswissenschaftler leitete 1991 bis 2001 das Walter-Eucken-Institut in Freiburg am Breisgau. 1998 habilitierte er sich an der Universität Bayreuth und erhielt die Lehrbefähigung für VWL. Er ist Honorarprofessor an der privaten Jacobs University in Bremen und seit 1999 Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Ordnungspolitik und der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung. Seit 2006 ist er Direkto des Centrums für Europäische Politik.
Der WESER-KURIER ist eine regionale Tageszeitung für den Raum Bremen und Niedersachsen. Sie gehört der Bremer Tageszeitungen AG und ist laut eigener Aussage die reichweitenstärkste Tageszeitung im Nordwesten. Der Onlineauftritt der Zeitung ist eines der meistgenutzten Nachrichtenportale in Bremen und der Region. Erstmals erschien der WESER-KURIER 1945, erster Chefredakteur war Sozialdemokrat Hans Hackmack, der außerdem Mitglied in der Bremer Bürgerschaft war. Die Zeitung hatte eine sozial-liberale Ausrichtung. Die heutige Chefredakteurin Silke Hellwig besteht nach eigener Aussage auf die Überparteilichkeit des WESER-KURIERS. Seit 2025 teilt sie sich die Chefredaktion mit Benjamin Piel, der zuvor Chefredakteur beim MINDENER TAGEBLATT war.
Originalartikel
Emissionshandel für Gebäude nicht zu Ende gedacht
WESER-KURIER
Lüder Gerken 28.02.2021 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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