Perspektive

zur Debatte vom 19. Dezember 2025
Sollten sogenannte Problemwölfe schneller abgeschossen werden dürfen?
Contra

Erst der Abschuss erzeugt die Problemwölfe

Die Perspektive in 30 Sekunden

In der linken Zeitung JUNGE WELT hat der Journalist mit über die Aufnahme der Wölfe in das Jagdgesetz gesprochen. Der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs vom NABU Thüringen ist überzeugt, dass die Abschüsse von Wölfen die Gefahr nicht verringern – sondern vergrößern.

„Die Forschung ist sich relativ einig, dass mit Bejagung mehr Schaden als Nutzen verursacht wird“, erläutert Tamás. Denn wenn Tiere geschossen werden, zerstöre das die Rudelstruktur. Ein Leitwolf sei im Thüringer Wald etwa illegal beschossen und daraufhin eingeschläfert worden. Dadurch sei der unerfahrene Nachwuchs auf sich gestellt – was die Chance für eine Annäherung an Menschen erhöhe.

Der NABU-Sprecher lenkt die Aufmerksamkeit auf die Gefahr, die der Mensch für Wildtiere darstellt. In Thüringen seien nicht nur ein Wolf, sondern auch zwei Luchse illegal abgeschossen worden. Er fordert daher die Landespolitik auf, eine Stabsstelle zur Bekämpfung solcher Umweltstraftaten einzurichten.

Anmerkung der Redaktion

ist Wildtierforscher und engagiert sich ehrenamtlich für die Wiedereinführung von Wölfen und Luchsen in Thüringen. Bei der Naturschutzorganisation NABU ist er Beauftragter für Wolf, Wildkatze & Luchs im Saale-Holzland und Sprecher der NABU-Landesarbeitsgruppe WOLF. Er ist Initiator des Naturschutzprojektes „Felix-Lupus“, welches sich auf die Dokumentation von einst vollkommen oder nahezu ausgestorbenen Tierarten in Thüringen konzentriert. Er forscht aktuell ohne Anstellung und Vergütung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Wolf in Thüringen.

schreibt als Journalist für die linke JUNGE WELT über gesellschaftliche und politische Themen in Deutschland.

Die JUNGE WELT ist eine überregionale Zeitung. Sie wurde im Sowjetischen Sektor Berlins gegründet und erscheint seit 1947. Zu Zeiten der DDR war sie eines der SED Blätter und Zentralorgan des kommunistischen Jugendverbands FDJ. Nach der Wende kam es zur Privatisierung und Auflösung der Zeitung. 1995 gründete ein Teil der Belegschaft die JUNGE WELT neu. Sie bezeichnet sich selbst als „marxistisches“ Medium. Die Blattlinie ist antiimperialistisch und antikapitalistisch. Die JUNGE WELT wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil dieser in der JUNGEN WELT antidemokratische Bestrebungen verortet. Einen Eilantrag des Magazins, namentlich aus Verfassungsschutzberichten rausgehalten zu werden, wurde vom Verwaltungsgericht abgelehnt. So würden in der Zeitung manchmal Beiträge veröffentlicht, die Gewalt als Mittel im politischen Kampf „thematisieren“. Diese Beobachtung wurde bereits von der Linkspartei und auch von der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG kritisch hinterfragt. Denn anders als der Verfassungsschutz suggeriert, veröffentlichen auch Nicht-Marxisten Artikel in der JUNGEN WELT, wie beispielsweise der Armutsforscher und Professor für Politikwissenschaft . Nach eigenen Angaben der Zeitung lag die Auflage unter der Woche im Jahr 2024 bei circa 23.000 Exemplaren, die Samstagsausgabe bei 29.000. Die Chefredakteure sind aktuell , Daniel Bratanovic und .

Originalartikel
»Erst der Abschuss erzeugt die Problemwölfe«
JUNGE WELTSilvester TamásMax Ongsiek
30.09.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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