Perspektive
zur Debatte vom 12. Februar 2026
Braucht es eher KI- statt Lateinunterricht? Pro
Es braucht weniger Antike und mehr Zukunft an den Schulen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Der Chemiker Alexander Schwartz hält es für sinnvoll, das Stundenpensum in österreichischen Schulen neu zu gewichten. „Aus Verantwortung gegenüber dem Kommenden“ sieht er Handlungsbedarf. Für die tendenziell linksliberale österreichische Tageszeitung DER STANDARD schreibt trotzdem: „Latein zu beschneiden, bedeutet nicht, seine historische Bedeutung zu leugnen.“
„Bildung an unseren Schulen muss junge Menschen dazu befähigen, sich in einer komplexen und sich rasend schnell verändernden Welt orientieren und konstruktiv einbringen zu können“, meint Schwartz. Ihm zufolge übernehmen Programmiersprachen heute die einstige Rolle des Lateins und Englisch als dominierende Sprache. Er sieht auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit, da Österreich als rohstoffarmes Land in zeitgemäße Bildung investieren müsse, um Wissenschaft in Innovation zu übersetzen, neue Firmen zu gründen und moderne Forschung wirken zu lassen.
Zudem würde Latein nicht aus dem Lehrplan entfernt, sondern nur etwas gekürzt werden, betont Schwartz. Damit gehe das Bildungssystem lediglich mit der Zeit und passe sich aktuellen Bedürfnissen an. Schließlich brauche es Medienkompetenz, um Diskurse zu verstehen und demokratische Prozesse zu begreifen, und ein Grundverständnis von Wissenschaft und Technologie, „weil sie längst nicht mehr nur Werkzeuge bereitstellt, sondern Wirtschaft, Öffentlichkeit und Machtverhältnisse strukturiert“.
Anmerkung der Redaktion
Alexander Schwartz ist promovierter Chemiker und derzeit Partner bei XISTA Science Venture. Dort unterstützt er Life-Science- und Deep-Tech-Unternehmen, etwa durch Investitionen. Zuvor war er Postdoktorand an der Harvard University und Gastwissenschaftler an der ETH Zürich.
DER STANDARD ist eine österreichische Tageszeitung mit Sitz in Wien. Die Zeitung wurde 1988 nach dem Vorbild der NEW YORK TIMES gegründet und erhielt 1994 den ersten Onlineauftritt aller deutschsprachigen Zeitungen. Chefredakteur ist seit 2024 Gerold Riedmann. DER STANDARD gilt im Vergleich zu anderen österreichischen Blättern als linksliberale Zeitung. Gründer Oscar Bronner sagte der TAZ: „Ich war politisch immer ein Liberaler, aber eher links der Mitte sozialisiert.“ EUROTOPICS beschreibt die Zeitung als linksliberales Qualitätsmedium, das insbesondere in der Einbindung seiner Nutzer:innen eine Vorreiterrolle einnehme. Laut der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) hatte die Zeitung 2025 im Wochenschnitt eine verkaufte Auflage von rund 56.000 Exemplaren. Der Webauftritt des STANDARD hatte im März 2026 25,7 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb). DER STANDARD gehört fast ausschließlich seinem Herausgeber Oscar Bronner und dessen Privatstiftung.
Originalartikel
Contra Lateinunterricht: Weniger Antike, mehr Zukunft in die Schulen
DER STANDARD
Alexander Schwartz 09.02.2026 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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