Perspektive

zur Debatte vom 04. März 2026
Sind Klimaklagen legitim, um Politik und Wirtschaft zu mehr Klimaschutz zu verpflichten?
Contra

Es drohen massive Einschränkungen von Freiheit und Wirtschaft

Die Perspektive in 30 Sekunden

In einem Artikel der konservativen Tageszeitung DIE WELT warnt nach der Klage der Deutschen Umwelthilfe vor den wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Urteils des Bundesverwaltungsgerichts zum Klimaschutz. Außerdem befürchtet der Chefreporter für Wissenschaft, dass es zu einer Einschränkung der Freiheit kommen wird, wenn man keine CO₂-Emissionen mehr ausstoßen dürfe.

Er bezieht sich dabei auf den Marburger Rechtswissenschaftler . Der sieht das Problem darin, dass das Prinzip der Klimaneutralität seit dem Urteil von 2021 verfassungsrechtlich verbindlich sei. Der Jurist kritisiert: „Eine Abwägung mit anderen Belangen von Verfassungsrang wie wirtschaftlichem Wachstum, Beschäftigung oder sozialem Frieden ist in diesem Konzept nicht mehr vorgesehen.“ Laut Müller-Franken wird die rechtliche Fixierung auf den Klimaschutz nicht nur wirtschaftlichen Schaden haben, sondern auch in das Leben der Menschen eingreifen: „Die Regierung wird nicht umhinkommen, Einschränkungen grundrechtlicher Freiheit zu verfügen.“

Auch Bojanowski betont mögliche wirtschaftliche Risiken. Wenn die Wirtschaftskraft sinke, könnten auch die Steuereinnahmen zurückgehen. Dadurch werde die Leistungsfähigkeit des Staates geschwächt. Zusätzlich könnten Klimaschutzmaßnahmen hohe Kosten für Wirtschaft und Bürger verursachen, etwa durch höhere Energiepreise oder Investitionen in Gebäude und Verkehr, warnt der Reporter.

Anmerkung der Redaktion

ist Wissenschaftsjournalist und ist Chefreporter für Wissenschaft bei der WELT. Der studierte Geowissenschaftler war zuvor unter anderem Redakteur beim SPIEGEL und der Chefredakteur der BILD DER WISSENSCHAFT UND NATUR. Er beschäftigt sich mit den Themen Umwelt, Klimapolitik, Geoforschung, Meereskunde, Wissenschaftskommunikation und mahnt in seinen Texten bereits seit den 90er-Jahren vor den Auswirkungen des Klimawandels.

ist Professor für Öffentliches Recht an der Universität Marburg. Davor lehrte er Öffentliches Recht und Steuerrecht an der Universität Münster. In seiner Forschung konzentriert er sich auf Staats- und Verwaltungsrecht, Finanz- und Steuerrecht sowie das Staatskirchenrecht. Müller-Franken studierte in Heidelberg und promovierte 1996 an der Gutenberg-Universität in Mainz. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Passau, an der er 2002 habilitierte.

DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1946 gegründet und erschien im vierten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren. Die Auflagenzahl ist damit im Vergleich zu 2024 stark eingebrochen. Gleichzeitig gehörte die Website der WELT im März 2026 mit rund 90,5 Millionen Besuchen zu den meistbesuchten Nachrichten-Websites in Deutschland. Die politische Ausrichtung der WELT gilt als bürgerlich-konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, DIE WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern. DIE WELT hat bereits mehrfach Rügen vom Deutschen Presserat erhalten, weil in einigen Artikeln journalistische Grundsätze verletzt wurden. Immer wieder wird außerdem Kritik laut, dass die WELT mit ihrer Berichterstattung verschwörungstheoretische oder rechtsextremistische Narrative bedient – so etwa mit klimaskeptischer Positionierung. Zwei Monate vor der Bundestagswahl 2025 veröffentlichte die WELT AM SONNTAG einen Gastartikel des US-Techmilliardärs Elon Musk, in dem dieser für die AfD warb. Das sorgte für heftige Proteste, auch innerhalb der Zeitung, bei denen es auch zu Protestkündigungen kam. Zur -Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender WELT (früher N24) und die WELT AM SONNTAG. Sie gehören seit 2026 zur PREMIUM-GRUPPE, der auch POLITICO und BUSINESS INSIDER angehören. Ihr Chefredakteur ist , der Herausgeber . Die PREMIUM-GRUPPE gehört dem Axel-Springer-Konzern, zu dem auch Titel wie die BILD-Zeitung und die regionale B.Z. gehören.

Originalartikel
Jetzt bleibt nur ein Ausweg aus dem deutschen Klimagefängnis
DIE WELTAxel BojanowskiSebastian Müller-Franken
11.02.2026 · 4 Minten · Deutsch
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