Perspektive
zur Debatte vom 09. Juli 2025
Sollte die Bundesregierung Geld bei der Pflege sparen? Pro
Es ist nicht die Aufgabe der Pflegeversicherung, die Putzfrau zu bezahlen
Die Perspektive in 30 Sekunden
In den Augen von Antje Höning steht bei der Pflegeversicherung aufgrund der hohen Kosten ein harter Verteilungskampf bevor. Die Wirtschaftsredakteurin bei der regionalen Tageszeitung RHEINISCHE POST spricht sich daher für mehr Eigenverantwortung aus. Alles andere ist für Höning schlicht unbezahlbar.
Laut Höning muss die Pflegeversicherung daher eine Teilkaskoversicherung bleiben, also nur einen Teil der Kosten übernehmen, „und sie ist auch kein Erbenschutzprogramm“, wie die Wirtschaftsredakteurin betont. Daher muss und kann ihr zufolge auch das sogenannte Subsidiaritätsprinzip greifen. Das heißt, dass zuerst jeder selbst Verantwortung übernehmen soll. Erst, wenn das dann nicht reicht, hilft die Gemeinschaft. Zugespitzt formuliert es Höning so: „Es ist nicht Aufgabe der sozialen Pflegeversicherung, die Putz- oder Gartenhilfe zu finanzieren.“
Die aktuelle Arbeitsgruppe von Bund und Ländern muss laut Höning nun überlegen, wie sie weniger Geld ausgeben kann, auch wenn das nicht beliebt ist. Sie sollte ihrer Meinung nach auch überlegen, ob Menschen mit geringem Pflegebedarf eine Wartezeit bekommen, bevor sie Geld bekommen. So kann man Höning zufolge verhindern, dass Leute die Versicherung ausnutzen.
Anmerkung der Redaktion
Antje Höning ist Wirtschaftsjournalistin und leitet seit 2008 das Wirtschaftsressort der RHEINISCHEN POST. Seit 2024 leitet sie außerdem gemeinsam mit Martin Bewerunge die Journalistenschule der RHEINISCHEN POST MEDIENGRUPPE. Ihre journalistische Laufbahn begann als freie Mitarbeiterin bei der WESTDEUTSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG (WAZ). In den 90er Jahren war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kiel tätig und wechselte nach ihrer Promotion als Pressesprecherin zur Bundesagentur für Arbeit. Für die Produktion „Tödliche Karriere – Aufstieg und Fall des Ostunternehmers Eberhard Tiede“ erhielt sie 2002 den Förderpreis des Ernst-Schneider-Preises. Höning studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Kiel.
Die RHEINISCHE POST (RP) ist die zweitgrößte regionale Tageszeitung in Deutschland. Sie erscheint am Niederrhein und in Teilen des Bergischen Landes. Im Rhein-Kreis Neuss erscheint sie als NEUSS-GREVENBROICHER ZEITUNG, in Solingen als SOLINGER MORGENPOST, in anderen Teilen des Bergischen Landes als BERGISCHE MORGENPOST. Die RP gilt als liberal-konservatives Blatt. Sie beschreibt sich selbst als „Zeitung für Politik und christliche Kultur“, die für „Demokratie, Freiheit und Menschenwürde“ eintritt. Der Schwerpunkt der Berichterstattung liegt auf Nordrhein-Westfalen. Die Zeitung wurde 1946 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Düsseldorf. Chefredakteur ist Moritz Döbler. Laut einem Ranking von Tenor und KRESS.DE war die RP im ersten Quartal 2023 die drittmeistzitierte Regionalzeitung Deutschlands. Die verkaufte Auflage lag im vierten Quartal 2025 bei rund 247.000 Exemplaren (IVW). Im Vergleich zu 1998 ist der Absatz damit fast um 50 Prozent eingebrochen. Trotzdem dominiert die RP laut ÜBERMEDIEN den Markt Düsseldorfer Lokalzeitungen und hat andere Lokalangebote weitestgehend verdrängt. Die Zeitung hat bereits einige Rügen durch den Deutschen Presserat erhalten. Der Webauftritt der RP hatte im März 2026 12,4 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb). Die RP gehört der Rheinischen Post Mediengruppe, einem Familienunternehmen, das zu mehr als der Hälfte den Nachfahren der RP-Gründer gehört.
Originalartikel
Die Pflegeversicherung ist kein Schutzprogramm für Erben
RHEINISCHE POST (RP)
Antje Höning 07.07.2025 ·
1 Minute ·
Deutsch
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