Perspektive
zur Debatte vom 03. Dezember 2025Sollte die EU ein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung sozialer Netzwerke durchsetzen?
Es ist nie zu spät, junge Menschen zu schützen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Die Nordeuropakorrespondentin der linken TAGESZEITUNG (TAZ),
Diekhoff beruft sich auf Studien aus Dänemark, die belegen, dass es „einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Social-Media-Nutzung und einem schlechteren Selbstbild und schlechterer Stimmung unter Jugendlichen“ gibt. Natürlich bleibe fraglich, ob man durch ein Verbot die Entwicklung rückgängig machen kann. Doch Diekhoff findet es wichtig, zumindest den Versuch zu wagen – schließlich habe die Geschichte gezeigt, dass solche Veränderungen möglich sind.
Als positive Beispiele, bei denen schädliche Angewohnheiten durch Regeln wieder entnormalisiert werden konnten, zieht Diekhoff den Anschnallgurt im Auto oder die vielen Rauchverbote heran – denn beides war bis vor einigen Jahren noch erlaubt. Zur Umsetzung beruft sie sich auf Dänemarks Pläne, mit einer App den Altersnachweis umzusetzen. So, hofft Diekhoff, könnte der digitale Dauerkonsum bald Geschichte sein.
Anmerkung der Redaktion
Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)
Anne Diekhoff