Perspektive
zur Debatte vom 11. März 2026
Sollte Europa mehr auf Atomkraft setzen und sogenannte Mini-AKW fördern? Pro
Es ist strategisch wichtig für Europa, sich bei der Energieversorgung breiter aufzustellen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Moritz Küpper stimmt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) in ihrer Äußerung zu, dass die Abkehr von der Atomkraft ein Fehler gewesen sei. Beim öffentlich-rechtlichen DEUTSCHLANDFUNK vertritt der Journalist und Politikwissenschaftler die Meinung, dass Europa gerade nicht auf Atomenergie verzichten sollte.
„Wenn die wachsende Stromnachfrage, ambitionierte Klimaziele sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents unter einen Hut gebracht werden sollen, sollte die EU auf mehrere emissionsarme Energiequellen setzen“, findet Küpper. Dazu sollten ihm zufolge auch Mini-AKWs gehören. Gerade in der angespannten geopolitischen Lage könne Europa nicht auf Atomenergie verzichten. Küpper begrüßt daher, dass von der Leyen sich für Atomkraft ausgesprochen hat.
Der Politikjournalist verweist darauf, dass die nuklearen Reaktoren den nötigen CO₂-armen Strom liefern können, um den steigenden Strombedarf zu decken. Zwar sei die Stromversorgung auch durch erneuerbare Energien möglich – allerdings nicht ohne Abstriche für die europäische Wirtschaft. Dabei sei es sehr wichtig, die Volkswirtschaften nicht zu gefährden. Eine schwächelnde Wirtschaft und sinkender Wohlstand führen schnell zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung, betont der Journalist.
Anmerkung der Redaktion
Moritz Küpper ist ein deutscher Politologe, Hörfunkjournalist und Landeskorrespondent für Nordrhein-Westfalen beim DEUTSCHLANDFUNK in Düsseldorf. Er hat Politikwissenschaften, Volkswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaft studiert. Küpper hat 2012 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn promoviert. Seine Doktorarbeit beschäftigt sich mit Seiteneinsteiger:innen in der Politik. Er hat bereits für eine Vielzahl von deutschen Medien berichtet, so etwa für die KÖLNISCHE RUNDSCHAU, die FRANKFURTER RUNDSCHAU, SPIEGEL ONLINE und die DEUTSCHE PRESSE AGENTUR (DPA). Von 2007 bis 2009 hat er als Redakteur für das Wirtschaftsmagazin CAPITAL gearbeitet.
Der DEUTSCHLANDFUNK (DLF) ist 1962 als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegründet worden und hat seinen Sitz in Köln. Chefredakteurin ist seit 2026 Susanne Schwarzbach. Der DEUTSCHLANDFUNK ist neben DEUTSCHLANDFUNK NOVA und DEUTSCHLANDFUNK KULTUR eines der drei bundesweiten Hörfunkprogramme des DEUTSCHLANDRADIOS, das zusammen mit ARD und ZDF den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bildet, sich also zum Großteil über Rundfunkgebühren finanziert. Das Programm hat einen Wortanteil von 80 Prozent und beschäftigt sich besonders tagsüber mit tagesaktuellen Geschehnissen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. In den Abendstunden liegt der programmatische Schwerpunkt auf Kulturthemen wie Musik, Hörspielen, Lesungen und entsprechenden Berichten. Der DEUTSCHLANDFUNK sendet klassisch linear, jedoch betreibt er auch eine umfangreiche Audiothek und diverse Podcasts, wo Inhalte auch nicht-linear konsumiert werden können. Mit diesem On-Demand-Angebot hat man sich mittlerweile ein Stammpublikum aufgebaut und erreichte 2024 durchschnittlich vier Millionen Besuche pro Monat. Das Radioprogramm des DEUTSCHLANDFUNKS erreichte nach Befragungsdaten der MA 2025 Audio II einen Rekordwert von 2,64 Millionen Hörer:innen zwischen Montag und Freitag. Damit ist es das meistgehörte Informationsprogramm und liegt auf Platz 6 aller Radioprogramme. Die DEUTSCHLANDFUNK-Website wurde im März 2026 ca. 12,4 Millionen Mal besucht (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Kommentar zu EU und Atomenergie: Die Wende von Ursula von der Leyen
DEUTSCHLANDFUNK
Moritz Küpper 10.03.2026 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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