Perspektive
zur Debatte vom 31. August 2021
🗳 Sollten ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos zugelassen werden? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Es ist zu früh, um aus dem Verbrenner auszusteigen
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einem Kommentar im Automagazin AUTO MOTOR UND SPORT erläutert Gerd Stegmaier, warum das de-facto-Verbot des Verbrenners nicht sinnvoll sei. Eine zu hastige Umstellung auf E-Mobilität werde nicht zu großen CO2-Einsparungen führen, meint der Redakteur.
„Bei CO2 ist nur der zählbare Effekt von Maßnahmen entscheidend […]. Denn der Atmosphäre ist egal, wo die Treibhausgase herkommen“, schreibt er. Derzeit liege die CO2-Reduktion beim Fahren eines E-Autos gegenüber eines Verbrenners aber nur bei 42 Prozent – nicht wie von der EU berechnet bei 0 Prozent. Der Grund sei die Stromerzeugung. Sowohl für die Herstellung der Batterien als auch für den Betrieb der E-Autos wird viel Strom benötigt. Solange dieser Strom nicht aus erneuerbaren Quellen stammt, produziere das Fahren eines E-Auto im Endeffekt weiterhin viel CO2.
Deshalb hält Stegmeier es nicht für sinnvoll, früher aus dem Verbrennungsmotor auszusteigen. Diese „regulative Bürokratie“ fördere den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht, warnt er. Das bedeutet, man könne Verbrennungsmotoren erst verbieten, wenn ausreichend an Alternativen gearbeitet werde. Solange diese Entwicklungen nicht Hand in Hand gehen, mache die Beschränkung der EU also keinen Sinn, beanstandet Stegmaier.
Statt den Ausstieg aus dem Verbrenner zu erzwingen, solle die EU lieber stärker daran arbeiten, die erneuerbaren Energien auszubauen. Hier bleibe die EU aber vergleichsweise zurückhaltend, kritisiert der Redakteur.
Anmerkung der Redaktion
Gerd Stegmaier ist deutscher Sport- und Mobilitätsjournalist. Er arbeitet als Chefreporter der Digitalredaktion im Geschäftsbereich Mobilität für die Automobil-Zeitschrift AUTO MOTOR SPORT. Zu Beginn seiner Karriere hat er für den Regionalteil des MÜNCHNER MERKUR Sportberichte und Theaterkritiken geschrieben. Im Sommer 1998 begann er seine Arbeit für FOCUS ONLINE und übernahm das Auto-Ressort. 2006 hat er zusätzlich die Leitung des Sport-Ressort übernommen. Stegmaier hat Physik, Germanistik und Geschichte studiert.
AUTO MOTOR SPORT ist eine deutsche Automobil-Zeitschrift, die seit 1946 gedruckt wird und dem Verlag Motor Presse Stuttgart zugehörig ist. Sie erschient alle zwei Wochen. Der Inhalt besteht hauptsächlich aus Test- und Fahrberichten und Neuvorstellungen von Pkws sowie Reportagen aus den Bereichen Freizeit und Motorsport. Weitere Schwerpunkte sind die Themen Technik, Verkehr und Umwelt sowie Wirtschaft. Chefredakteur:innen sind Michael Pfeiffer und Birgit Priemer. Zuletzt (3/2025) hatte AUTO MOTOR SPORT eine gedruckte Auflage von 323.784 Exemplaren.
Originalartikel
Nebelbomben ahnungsloser Bürokraten
AUTO MOTOR SPORT
Gerd Stegmaier 07.07.2021 ·
4 Minuten ·
Deutsch
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