Perspektive

zum Tagesthema vom 23. Dezember 2024
Diese 24 Perspektiven sind uns 2024 am meisten in Erinnerung geblieben

Es kann keinen objektiven Journalismus geben

Die Perspektive in 30 Sekunden

macht im Gespräch mit STANDARD-Journalistin deutlich, dass sie nicht der Meinung ist, Medien sollten nach objektiver Wahrheit streben. Denn laut ihr kann es keinen objektiven Journalismus geben. Menschliche Handlungen und Entscheidungen beeinflussen nämlich die journalistische Arbeit – und diese seien nun mal subjektiv, so die Neurowissenschaftlerin und Professorin für Medienpsychologie.

„Die Kriterien, wonach eine und Journalist:innen [Informationen] auswählen und weglassen, sind immer geprägt durch die Menschen und die Werte des Mediums, für das jemand arbeitet.“ Entsprechend betreffen laut Urner solche Entscheidungen alle journalistischen Prozesse: von der Themenauswahl über die befragten Quellen, über die Suche nach Expert:innen bis hin zur Auswahl von Bild, Ton und Wort im finalen Beitrag.

Um guten Journalismus zu machen, ist es für Urner daher wichtig, alle Inhalte einzuordnen. Dazu müssen Journalist:innen Kontext, Hintergründe und verschiedene Perspektiven einer Nachricht geben. Das rege zum (Nach-)Denken an. An den Nutzungszahlen zeige sich bereits, dass Menschen diese Form von Journalismus unterstützen und dafür zu zahlen.

Anmerkung der Redaktion

ist Neurowissenschaftlerin, Medienpsychologin und Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. Ihre Forschungsschwerpunkte sind psychische und neuronale Informationsverarbeitung, konstruktiver Journalismus und kritisches Denken. Urner ist darüber hinaus Mitgründerin von PERSPECTIVE DAILY, ein Onlinemagazin, das sich konstruktivem Journalismus widmet. Sie veröffentlicht regelmäßig Beiträge bei DEUTSCHLANDFUNK und DEUTSCHLANDFUNK KULTUR.

ist eine österreichische Journalistin und stellvertretende Leiterin des Ressorts Etat/Kommunikation bei der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD. Ebenführer veröffentlicht seit 2006 regelmäßig Artikel im STANDARD.

DER STANDARD ist eine österreichische Tageszeitung mit Sitz in Wien. Die Zeitung wurde 1988 nach dem Vorbild der NEW YORK TIMES gegründet und erhielt 1994 den ersten Onlineauftritt aller deutschsprachigen Zeitungen. Chefredakteur ist seit 2024 Gerold Riedmann. DER STANDARD gilt im Vergleich zu anderen österreichischen Blättern als linksliberale Zeitung. Gründer Oscar Bronner sagte der TAZ: „Ich war politisch immer ein Liberaler, aber eher links der Mitte sozialisiert.“ EUROTOPICS beschreibt die Zeitung als linksliberales Qualitätsmedium, das insbesondere in der Einbindung seiner Nutzer:innen eine Vorreiterrolle einnehme. Laut der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) hatte die Zeitung 2025 im Wochenschnitt eine verkaufte Auflage von rund 56.000 Exemplaren. Der Webauftritt des STANDARD hatte im März 2026 25,7 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb). DER STANDARD gehört fast ausschließlich seinem Herausgeber Oscar Bronner und dessen Privatstiftung.

Originalartikel
"Es kann keinen objektiven Journalismus geben", sagt Neurowissenschafterin Maren Urner
DER STANDARDMaren UrnerAstrid Ebenführer
02.05.2023 · 5 Minuten · Deutsch
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