Perspektive

zur Debatte vom 12. November 2025
Müssen Deutschlands Schüler kriegs- und krisentüchtig werden?
Contra

Friedens- statt Kriegstüchtigkeit wäre eine bessere Alternative

Die Perspektive in 30 Sekunden

Die Redakteurin kritisiert in der neurechten Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT (JF) Bundesinnenminister (CSU) für seinen Plan eines Krisenunterrichts in Schulen. Statt Angst zu verbreiten, müsse Schule „auf das Leben, nicht auf den Krieg“ vorbereiten.

Mirzo betont, dass Jugendliche heute viel eher Unterstützung im Alltag brauchen als Kriegsunterricht: „Wie melde ich ein Auto an? Wie mache ich eine Steuererklärung?“ Solche Fragen seien für viele Schulabgänger drängender als militärische Planspiele. Dobrindts Vorschlag ist für sie deshalb ein falsches Signal und Ausdruck einer Politik, „die längst auf Rot steht“.

Für die Autorin ist außerdem klar: Eine Politik, die auf militärische Szenarien setzt, ist „rückwärtsgewandt und gefährlich“. Sie schüre Panik, statt Verantwortung zu lehren. Deshalb hält Mirzo diese Themen in der Schule für fehl am Platz. Sie plädiert stattdessen für „Friedens- statt Kriegstüchtigkeit“.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalistin, Autorin und Chefredakteurin der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. Die Tochter einer deutschen Mutter und eines syrisch-kurdischen Vaters wuchs auf den Golanhöhen in Syrien auf und erhielt eine islamische Erziehung, bevor sie sich später vom Islam abwandte und 2007 zum Christentum konvertierte.
Heute zählt Mirzo zu den bekanntesten islamkritischen Stimmen im deutschsprachigen Raum. In ihrem Buch „Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim – Über die Unvereinbarkeit des Islam mit unserer Kultur“ setzt sie sich kritisch mit orthodoxen Auslegungen des Islam auseinander und warnt vor deren Einfluss auf westliche Gesellschaften. Ihre Thesen, die sie in Vorträgen und Publikationen vertritt, stoßen auf breite Resonanz, werden jedoch auch als pauschalisierend und provokant kritisiert. Mirzo arbeitet zudem als Referentin für interkulturelle Kompetenz und publiziert regelmäßig zu Themen wie Integration, Religionsfreiheit und gesellschaftlichem Wandel.

Die JUNGE FREIHEIT ist eine Wochenzeitung, die als Sprachrohr der neuen Rechten in Deutschland gilt. In ihrem Leitbild schreibt die JUNGE FREIHEIT, sie trete für eine „Regeneration deutscher Identität und Deutschland als selbstbewusste Nation“ ein. Die TAZ bezeichnet die Zeitung als sehr AfD-nah, die ZEIT spricht bei der Zeitung von einem „Spagat zwischen rechter Demagogie und bürgerlichem Benimm“, ÜBERMEDIEN bezeichnet die JUNGE FREIHEIT als „Mutterschiff der neurechten Publizistik“. Kritik übt JF etwa an Migration oder LGBTIQ-Interessensgruppen. Es finden sich wiederholt geschichtsrevisionistische Äußerungen von Autor:innen in der Zeitung. Chefredakteur der JUNGEN FREIHEIT ist , der die Zeitung 1986 als Schüler- und Studentenzeitschrift gründete. Stein ist seit 2007 Vorsitzender der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung, die etwa von der ZEIT als „neurechter Thinktank“ eingeschätzt wird. Bis Mitte der 2000er wurde die Zeitung vom Verfassungsschutz beobachtet. Die JUNGE FREIHEIT war bis 2018 eine der wenigen Publikationen, die ihre Auflage in den letzten Jahren steigern konnten, im vierten Quartal 2021 lag diese bei knapp 29.600. Online erreicht sie monatlich etwa drei Millionen Seitenaufrufe. Ende 2022 ist die Auflage wieder auf 27.258 zurückgegangen; im zweiten Quartal 2025 lag sie bei 27.420. Die Seitenaufrufe lagen laut Similarweb im August 2025 bei rund 2,5 Millionen. Die JUNGE FREIHEIT finanziert sich über den Einzelverkauf und Abonnements, Anzeigen und Spenden.

Originalartikel
Auch die Schule soll plötzlich kriegstüchtig werden
JUNGE FREIHEIT (JF)Laila Mirzo
29.10.2025 · 4 Minuten · Deutsch
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