Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte das Rentenalter erhöht werden? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Die meisten Menschen können nicht bis 67 arbeiten
Die Perspektive in 30 Sekunden
Für einen Renteneintritt mit 70 fehlen die nötigen Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt, findet Wirtschaftsredakteur Michael Kerler. Die Idee, das Rentenalter zu erhöhen „geht deshalb an der Realität vorbei“, schreibt er in der AUGSBURGER ALLGEMEINEN.
Obwohl die Lebenserwartung steigt, werde das aktuelle Renteneintrittsalter von 65 Jahren im Durchschnitt faktisch nicht erreicht. Das bedeutet, dass die meisten Menschen aus verschiedenen Gründen vor dem offiziellen Renteneintritt aufhören zu arbeiten. „Im Schnitt gingen die Deutschen im Jahr 2020 mit 64,2 Jahren in Rente“, erläutert der Wirtschaftsredakteur.
Das liege unter anderem daran, dass es in einigen Berufen schwer vorstellbar ist, so lange zu arbeiten. Man denke an „den Straßenbau, das Stahlwerk, die Großküche“. Hinzu komme ein weiterer Faktor: Die Digitalisierung. „In Start-ups schreiben 20- und 30-Jährige Zukunft. Wie neben ihnen 70-Jährige Platz nehmen sollen, ist schwer vorstellbar“, kritisiert Kerler. Man müsse ältere Beschäftigte deshalb zuerst besser auf dem Arbeitsmarkt halten, ihnen eine passende Beschäftigung bieten „und sie als Fachkräfte schätzen“. Ein späterer Renteneintritt sei deshalb nur mit einer Reform des Arbeitsmarktes umsetzbar, resümiert er.
Anmerkung der Redaktion
Michael Kerler, geboren 1978, ist Wirtschaftsjournalist bei der AUGSBURGER ALLGEMEINEN ZEITUNG. Seine Schwerpunkte sind Finanzen, Energie und regionale Unternehmen. Zuvor ist er Redakteur im Politikressort der Zeitung gewesen. Kerler hat Politikwissenschaften studiert und darin auch promoviert. Anschließend hat er eine Ausbildung zum Redakteur an der Günter-Holland-Journalistenschule in Augsburg absolviert.
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE ist eine der größten bayerischen Lokalzeitungen. Sie hat ihren Sitz in Augsburg und wurde 1945 als SCHWÄBISCHE LANDESZEITUNG gegründet. 1959 erhielt sie ihren heutigen Namen. Sie gehört zur Mediengruppe Pressedruck, die nach Gesamtauflage das bundesweit sechstgrößte Verlagshaus ist. Die Journalismus-Plattform NEWROOM.DE bescheinigt der AUGSBURGER ALLGEMEINEN eine Monopolstellung im Raum Bayern und Schwaben, durch die die Zeitung gutes Geschäft macht. Die Mediengruppe Pressedruck gehört zu jeweils 50 Prozent den Schwestern Alexandra Holland und Ellinor Scherer. Das Hauptverbreitungsgebiet der AUGSBURGER ALLGEMEINEN ist das bayerische Schwaben und die angrenzenden Teile Oberbayerns. Die verkaufte Auflage der Hauptausgabe ist seit einigen Jahren rückläufig und beträgt gegenwärtig rund 68.000 Exemplare (IVW Q1/2026). Die Website der AUGSBURGER ALLGEMEINEN verzeichnete im März 2026 14,7 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). Chefredakteure der Zeitung sind Andrea Kümpfbeck und Peter Müller.
Originalartikel
Eine Rente mit 70 geht an der Realität vorbei
AUGSBURGER ALLGEMEINE
Michael Kerler 19.08.2021 ·
2 Minuten ·
deutsch
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