Perspektive
zur Debatte vom 17. April 2026Ist es richtig, homöopathische Leistungen als Kassenleistung abzuschaffen?
Für Homöopathie sollte nicht die Allgemeinheit zahlen
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Denn was die Kassen hier seit Jahren finanzieren, spottet jeder wissenschaftlichen Vernunft“, meint Weingärtner. Schließlich seien homöopathische Mittel nicht viel mehr als Zucker ohne Wirkstoff, der nicht über den Placeboeffekt hinaus wirke. Weingärtners wittert hier ein Marketinginstrument der Krankenkassen: „Homöopathie im Leistungskatalog lockt junge, gesunde, gutverdienende Versicherte an, die selten teure Behandlungen brauchen.“ Und die Solidargemeinschaft müsse dieses Geschäftsmodell durch ihre Krankenkassenbeiträge mittragen. Für den Ressortleiter ist das „schlicht blamabel“.
Dass Warken künftig nur noch Leistungen mit nachweisbarem Nutzen finanzieren will, findet Weingärtner richtig. Auch deshalb könne es nicht sein, dass man „weiterhin wirkstofffreie Globuli aus der Gemeinschaftskasse bezahlt“. Wer Homöopathie weiter vertrauen wolle, dürfe das gerne tun – aber nicht auf Kosten eines Gesundheitssystems, in dem gerade an allen Enden gespart werden müsse, meint Weingärtner.
Anmerkung der Redaktion
Die BERLINER ZEITUNG (BLZ) ist eine Tageszeitung aus Berlin. Sie ist erstmals im Jahr 1945 erschienen. In ihrer Gründerzeit hatte sie den Untertitel „Organ des Kommandos der Roten Armee“ und ist 1953 dem Zentralkomitee der SED unterstellt worden. Nach der Wende sollte sie zur Hauptstadt-Zeitung werden und hat mehrfach ihre Besitzer gewechselt, bis sie Ende 2019 von dem Berliner Ehepaar Friedrich aufgekauft worden ist. Die Auflage lag im ersten Quartal 2021 bei rund 81.600 Exemplaren, was einen Rückgang von rund 68 Prozent seit Beginn des Jahrtausends darstellt. Seitdem werden keine Auflagezahlen mehr veröffentlicht. Das Ehepaar Friedrich ist seit der Übernahme 2019 bereits mehrfach kritisiert worden, in die redaktionellen Abläufe einzugreifen und die journalistische Sorgfaltspflicht zu verletzen. Einige Stimmen sprechen dabei von einem Rechtsruck der Zeitung. Der Presserat hat einen wohlwollenden, mangelhaft gekennzeichneten Bericht über eine Biotech-Firma, bei der Friedrich im Aufsichtsrat sitzt, gerügt. Sowohl der bayerische Verfassungsschutz als auch der ukrainische Botschafter in Deutschland haben der BLZ eine Nähe zu Russland vorgeworfen. Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur Frank Sommerfeld meinte, die BLZ werde „zu einem Instrument, um den politischen Aufstieg der AfD publizistisch zu fördern und Verständnis für russische Politik zu wecken“. Chefredakteur der BLZ ist
BERLINER ZEITUNG (BLZ)
Marcus Weingärtner