Perspektive

zur Debatte vom 16. März 2026
Sollte Fracking in Deutschland wieder erlaubt werden?
Pro

Gas ist nun einmal eine nötige Übergangsenergie

Die Perspektive in 30 Sekunden

Für muss die Energieversorgung „sicher, bezahlbar und ökologisch“ sein. Obwohl Erdgas dem Klima schadet, ist es dem Wirtschaftskorrespondenten zufolge als Brückentechnologie notwendig, um die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende zu sichern. In der linken Tageszeitung TAZ argumentiert Koch: Klimapolitik könne nur dann erfolgreich sein, wenn sie die Versorgungssicherheit gewährleiste und bezahlbar sei. Denn die Mehrheit der Bürger:innen ändere nur ungern ihren Lebensstil.

Gerade im Winter diene Gas als Reserve für erneuerbare Energien. Der Autor verweist zudem darauf, dass auch bei erneuerbaren Energien ökologische Kosten entstehen: „Wer für Elektrobatterien und Solarparks schwärmt, muss die Ausbeutung von Ressourcen hier und anderswo akzeptieren.“ Da jede Energieform Schattenseiten mitbringe, plädiert er dafür, die Belastung durch Fracking-Gas als gesellschaftlichen Übergangskompromiss zu akzeptieren.

Während Koch den zusätzlichen Ausbau der Gasinfrastruktur durch die Bundesregierung unterstützt, warnt er gleichzeitig vor dem Aufbau massiver Überkapazitäten. Die Nutzung von Brennstoffen müsse auf das „nötige Maß“ beschränkt bleiben, um den Transformationsprozess zur Klimaneutralität bis 2045 nicht durch wirtschaftliche Abhängigkeiten zu gefährden. Fest steht trotzdem: „Ein gewisser Sicherheitspuffer kann übergangsweise freilich helfen, die Versorgung zu gewährleisten.“

Anmerkung der Redaktion

(*1961) ist freier Wirtschaftskorrespondent. Aus Berlin schreibt er über nationale und internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen betreibt er dort das Journalistenbüro DIE KORRESPONDENTEN, das für mehrere Zeitungen bundesweit über Wirtschafts-, Finanz-, Umwelt- und Verbraucherpolitik berichtet. Zudem hat Koch mehrere Bücher zu wirtschaftlichen Themen veröffentlicht. 2020 hat er gemeinsam mit anderen Autor:innen das illustrierte Lexikon „101 x Wirtschaft. Alles was wichtig ist“ veröffentlicht. 2007 erschien sein Buch „Soziale Kapitalisten“, das sich mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschäftigt. Für die TAZ war Koch unter anderem als Parlamentskorrespondent tätig. Für seine journalistische Arbeit hat Koch mehrere Preise bekommen – darunter den Theodor-Wolff-Preis für seinen Artikel „Karim, ich muss dich abschieben“. Koch hat in Bonn und Hannover Geschichte, Germanistik, Pädagogik und Philosophie studiert.

Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich , und Katrin Gottschalk.

Originalartikel
Gas, eine nötige Übergangsenergie
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)Hannes Koch
04.01.2025 · 2 Minuten · Deutsch
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