Perspektive
zum Tagesthema vom 17. September 2021
„Manipuliert, beleidigt – und gewonnen“: Gemischte Reaktionen auf Einigung im Bahnkonflikt Kritik
GDL-Chef Weselsky hat sich keine Glückwünsche verdient
Die Perspektive in 30 Sekunden
GDL-Chef Claus Weselsky hat im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn in den Augen von DEUTSCHLANDFUNK-Korrespondent Sebastian Engelbrecht alle Ziele erreicht: mehr Geld, mehr Mitglieder und mehr Macht. Zu Glückwünschen kann sich Engelbrecht jedoch nicht durchringen.
Er wirft dem GDL-Chef nämlich vor, zum Erreichen seiner Ziele in diesem Arbeitskampf immer wieder in aller Öffentlichkeit manipuliert und beleidigt zu haben. Unter anderem habe er den Bahnvorstand Martin Seiler als „Lügenbaron“ bezeichnet. Dabei nehme es Weselsky mit der Wahrheit selbst nicht so genau.
Engelbrecht erinnert beispielsweise an Weselskys Versprechen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wenn die Bahn ein Angebot vorlege. „Als dies kam, bezeichnete er die Offerte der Bahn kurzerhand als ‚vergiftet‘ und streikte weiter“, erinnert Engelbrecht. Daraus zieht er den Schluss: „Der Gewerkschaftsboss spielt in der Öffentlichkeit den Ehrenmann, kommt aber ohne taktische Fouls nicht aus.“
Anmerkung der Redaktion
Sebastian Engelbrecht ist ein deutscher Journalist und DEUTSCHLANDFUNK-Korrespondent in Berlin. Von 2008 bis 2012 war der promovierte Theologe ARD-Hörfunk-Korrespondent in Tel Aviv und anschließend Referent des DEUTSCHLANDRADIO-Intendanten. Engelbrecht hat in Heidelberg, Berlin, Jerusalem und Leipzig Evangelische Theorie studiert und die Journalistenschule in München besucht. Zwischen 2017 und 2018 war er im In- und Ausland als DEUTSCHLANDFUNK-Reporter unterwegs. Seit 2019 ist er Korrespondent im Landesstudio Berlin von DEUTSCHLANDRADIO in Berlin-Mitte.
Der DEUTSCHLANDFUNK (DLF) ist 1962 als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegründet worden und hat seinen Sitz in Köln. Chefredakteurin ist seit 2026 Susanne Schwarzbach. Der DEUTSCHLANDFUNK ist neben DEUTSCHLANDFUNK NOVA und DEUTSCHLANDFUNK KULTUR eines der drei bundesweiten Hörfunkprogramme des DEUTSCHLANDRADIOS, das zusammen mit ARD und ZDF den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bildet, sich also zum Großteil über Rundfunkgebühren finanziert. Das Programm hat einen Wortanteil von 80 Prozent und beschäftigt sich besonders tagsüber mit tagesaktuellen Geschehnissen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. In den Abendstunden liegt der programmatische Schwerpunkt auf Kulturthemen wie Musik, Hörspielen, Lesungen und entsprechenden Berichten. Der DEUTSCHLANDFUNK sendet klassisch linear, jedoch betreibt er auch eine umfangreiche Audiothek und diverse Podcasts, wo Inhalte auch nicht-linear konsumiert werden können. Mit diesem On-Demand-Angebot hat man sich mittlerweile ein Stammpublikum aufgebaut und erreichte 2024 durchschnittlich vier Millionen Besuche pro Monat. Das Radioprogramm des DEUTSCHLANDFUNKS erreichte nach Befragungsdaten der MA 2025 Audio II einen Rekordwert von 2,64 Millionen Hörer:innen zwischen Montag und Freitag. Damit ist es das meistgehörte Informationsprogramm und liegt auf Platz 6 aller Radioprogramme. Die DEUTSCHLANDFUNK-Website wurde im März 2026 ca. 12,4 Millionen Mal besucht (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Weselsky hat manipuliert, beleidigt – und gewonnen
DEUTSCHLANDFUNK
Sebastian Engelbrecht 16.09.2021 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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