Perspektive

zur Debatte vom 11. Juli 2025
Sollte das „begleitete Trinken“ für Jugendliche verboten werden?
Contra

Gegen Alkoholmissbrauch sind andere Lösungen notwendig

Die Perspektive in 30 Sekunden

zweifelt daran, ob es wirklich viel bringt, das begleitete Trinken für Jugendliche abzuschaffen. „Natürlich ist es richtig, Alkoholmissbrauch wie auch das ganze damit verbundene Elend zu bekämpfen“, findet der innenpolitische Redakteur bei der überregionalen Tageszeitung SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ). „Aber dann bitte mit Lösungen, die – nüchtern betrachtet – auch welche sind.“

Stadler verweist dabei auf das Rauchen, um zu zeigen, dass Gegenmaßnahmen nicht immer etwas bringen. So hat es ihm zufolge in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen gegeben, um den Leuten das Rauchen madig zu machen. Voriges Jahr haben Fachleute laut Stadler aber festgestellt, dass Rauchen bei Jugendlichen wieder rasant zunimmt – offenbar, um negative Gefühle wie die Stressbelastung in den Pandemiejahren, Einsamkeit und Sorge um die Zukunft zu betäuben.

Beim Trinken war der Trend laut Stadler hingegen genau andersherum. Manche führen das ihm zufolge darauf zurück, dass viele Influencer keinen Alkohol konsumieren und ihren gesunden Lebensstil in den sozialen Medien thematisieren. „Gewagte These“, findet Stadler. „Aber vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass es stärkere Einflüsse auf das Trinkverhalten Jugendlicher gibt als dürftig begründete Einzelmaßnahmen aus den Gesundheitsministerien.“

Anmerkung der Redaktion

 ist innenpolitischer Redakteur bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG. Dort schreibt er hauptsächlich über gesundheitliche Themen. Zuvor war er 18 Jahre lang Redakteur beim SZ-Magazin. Bevor er zur SZ kam, arbeitete er als Wirtschaftsredakteur beim FOCUS und als freier Journalist in Los Angeles, wo seine Texte unter anderem im SPIEGEL und der SZ erschienen. Gemeinsam mit anderen Journalist:innen berichtete er fünf Jahre lang zu den NSU-Prozessen, wofür er und sein Team mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet wurden. Stadler studierte Informatik an der TU München und machte sein Volontariat bei der Burda Journalistenschule.

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist . Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.

Originalartikel
Sollte begleitetes Trinken abgeschafft werden?
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)Rainer Stadler
03.07.2025 · 2 Minuten · Deutsch
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