Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte es ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Rasen ohne Tempolimit ist eine „höchst fragwürdige Freiheit“

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Wirtschaftsredakteur erläutert in einem Kommentar in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, warum es seiner Meinung nach keine guten Argumente gegen das Tempolimit gibt.

Gegner des Tempolimits verteidigen laut Markus Balser eine „höchst fragwürdige Freiheit“. Die Freiheit, das Gaspedal durchzudrücken und dadurch die Sicherheit Anderer zu gefährden, kritisiert er. Dass es zum Beispiel in Flugzeugen ein Rauchverbot gibt, um Menschen vor den Schäden des Passivrauchens zu bewahren, zeige aber: Die Freiheit eines Einzelnen endet da, wo sie zur Gefahr für andere wird.

Nach Verkehrsstatistik und Fachleuten gebe es zwischen Verkehrssicherheit und Tempo einen klaren Zusammenhang: „Wo Autofahrer weniger schnell fahren, passieren weniger schwere Unfälle.“ Die Regierung wisse um die Gefahren des hohen Tempos. Der Wirtschaftsredakteur meint: Es wird Zeit, dass daraus Konsequenzen gezogen werden.

Anmerkung der Redaktion

ist bereits seit mehr als zwanzig Jahren bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG (SZ). Derzeit ist er als Berlin-Korrespondent der Wirtschaftsredaktion tätig und berichtet vor allem über die Innenpolitik und die Grünen. Nachdem Balser die Kölner Journalistenschule absolviert hat, fing er zunächst in der Wirtschaftsredaktion der SZ in München an. Im Jahr 2013 ist er für die Themen Energie und Umwelt nach Berlin gewechselt. Seit 2016 berichtete Balser über die AfD, Verkehrspolitik und die Deutsche Bahn. 2008 war er außerdem im Rahmen eines Stipendiats Gastredakteur beim WALL STREET JOURNAL. Für seine Recherchen zum Siemens-Schmiergeldskandal hat er den Henri-Nannen-Preis bekommen.

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist . Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.

Originalartikel
Kriechen, rasen, kriechen
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)Markus Balser
18.08.2021 · 2 Minuten · deutsch
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