Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir einen höheren CO2-Preis? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Gesellschaftliche Veränderung über das Portemonnaie ist unsozial
Die Perspektive in 30 Sekunden
Ein höherer der CO2-Preis führe grundsätzlich zu sozialer Ungerechtigkeit, argumentiert Politikredakteurin Ariane Bemmer im Tagesspiegel. Denn „gesellschaftliche Veränderung, die über das Portemonnaie erreicht werden soll, ist immer heikel“, findet sie.
„Wenn Energie und Konsum teurer werden, wird sich das Armsein hierzulande ärmer anfühlen“, warnt Bemmer. Der auf Klimaschutz abzielende CO2-Preis sorge dafür, dass Flug-, Benzin- und Heizungskosten steigen. Und damit sei für Bemmer gesellschaftlicher Konflikt vorprogrammiert. Sie fragt: „Wer glaubt an ein weiterhin konfliktfreies Miteinander, wenn demnächst nur noch die einen verreisen, shoppen, Auto fahren oder gar auch heizen können, wie es ihnen gefällt, und den anderen dafür das Geld fehlt?“
Diese Ungleichheit zu vermeiden, sei eine Frage der Solidarität und Gerechtigkeit, betont die Redakteurin. Und auch eine Voraussetzung für ein zufriedenes Miteinander. Schließlich sei es auch die Möglichkeit einer breiten Teilhabe am Konsum, die psychologisch stabilisierend wirke und Akzeptanz für den Niedriglohnsektor schaffe.
Anmerkung der Redaktion
Ariane Bemmer ist Redakteurin beim TAGESSPIEGEL. Sie absolvierte ihre Ausbildung an der Axel-Springer Akademie und arbeitete danach unter anderem für die MÄRKISCHE ALLGEMEINE und die WELT. Seit 2001 ist sie beim TAGESSPIEGEL und schreibt vor allem für die Seite Drei. Außerdem verfasst Bemmer Gastbeiträge für andere Medien. Dazu gehören DIE ZEIT sowie das Politikmagazin CICERO.
DER TAGESSPIEGEL ist eine 1945 gegründete Tageszeitung aus Berlin. Chefredakteur ist Christian Tretbar, die Herausgeber sind Lorenz Maroldt und Giovanni di Lorenzo. Im Unterschied zur BERLINER ZEITUNG wird der TAGESSPIEGEL traditionell vor allem in den westlichen Bezirken der Stadt gelesen, da die Mauer die Verbreitung der Zeitung auf Westberlin beschränkt hatte. Eine 2024 durchgeführte Untersuchung der Universität Mainz zu 47 Medien ordnet die „ideologische Grundpositionierung“ des TAGESSPIEGELS als gemäßigt liberal-progressiv und gemäßigt sozialstaatsorientiert ein. Seit 2014 erhält der TAGESSPIEGEL besondere Aufmerksamkeit dank seines Checkpoint-Newsletters, der täglich aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft berichtet. EUROTOPICS beschreibt die Blattlinie der Zeitung als liberal. Der TAGESSPIEGEL wurde lange Zeit den regionalen Zeitungen zugerechnet, verfolgt seit einigen Jahren jedoch verstärkt eine überregionale Ausrichtung. Die Printauflage bleibt jedoch stark regional dominiert. Die verkaufte Auflage der Zeitung betrug im vierten Quartal 2025 rund 98.000 Exemplare (IVW), ihre Website verzeichnete laut Similarweb im März 2026 45,2 Millionen Besuche. Im Jahr 2025 war der TAGESSPIEGEL die meistzitierte Regionalzeitung Deutschlands (Quelle: Media Tenor). 2022 geriet die Chefredaktion des TAGESSPIEGELS infolge einer Kolumne des ehemaligen Chefredakteurs Harald Martenstein in die Kritik. In dem Artikel bezeichnete Martenstein das Tragen von Judensternen auf Corona-Demonstrationen als „sicher nicht antisemitisch“. Daraufhin distanzierte sich die TAGESSPIEGEL-Chefredaktion und depublizierte den Online-Beitrag. Der TAGESSPIEGEL erscheint im Verlag Der Tagesspiegel GmbH, der zur DvH Medien GmbH der Holtzbrinck-Familie gehört. Der DvH gehören außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE sowie 50 Prozent des Verlags der ZEIT.
Originalartikel
Wenn die gerechtere Welt in die Ungerechtigkeit führt
DER TAGESSPIEGEL
Ariane Bemmer 04.06.2021 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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