Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir eine Frauenquote in deutschen Unternehmen? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Gesetze für eine Frauenquote ändern nichts an der Chancengleichheit
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einem Kommentar in der WELT argumentiert Wirtschaftsredakteurin Anne Kunz, dass Gesetze für eine Frauenquote nichts an der Chancengleichheit änderten. Ihrer Meinung nach bringt es nichts, einen Anteil an Frauen in Führungsebenen per Gesetz vorzuschreiben. Statt Quoten solle man vielmehr Frauen mit Familie überhaupt ermöglichen, Zeit auf den Beruf zu verwenden.
Durch Quoten entstehen falsche Ansprüche, kritisiert Kunz. Der Grund: Frauen haben zurzeit oft nicht die Möglichkeiten, hohe Positionen zu besetzen. Das liege auch an ihren Familien, meint sie. Poche man auf Quoten, würden Frauen nur weiter unter Druck gesetzt oder gar gezwungen, sich zwischen Familie und Karriere zu entscheiden, warnt die Redakteurin. Vielmehr müsse die Unternehmenskultur geändert werden: „Elternzeit muss für Väter Normalität werden, genauso wie Teilzeit in Führungspositionen möglich sein muss.“ Elternzeit für Väter ermöglicht Müttern, schneller wieder in den Beruf einzusteigen und Vätern, ihre Familie mit dem Beruf zu vereinen, betont sie. Teilzeit in Führungspositionen könne Eltern mit Kindern ermöglichen, trotz Familie wichtige Positionen zu besetzen.
Kunz Fazit ist daher: Es brauche nicht stärkere Regulierungen vom Staat. Es brauche vielmehr positive Anreize für Unternehmen, den Kulturwandel hin zu einem familienfreundlichen Arbeitsumfeld stärker voranzutreiben.
Anmerkung der Redaktion
Anne Kunz ist eine deutsche Wirtschaftsredakteurin und arbeitet seit 2013 bei der überregionalen Tagezeitung DIE WELT und WELT AM SONNTAG. Nach einem VWL Studium in Mannheim hat sie von 2007 bis 2009 als freie Mitarbeiterin im Ressort Finanzen der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND gearbeitet. Darauf folgte ein Volontariat an der „Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten“. 2011 begann sie als Redakteurin Ressort Weltwirtschaft und Politik bei der WIRTSCHAFTSWOCHE.
DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1946 gegründet und erschien im vierten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren. Die Auflagenzahl ist damit im Vergleich zu 2024 stark eingebrochen. Gleichzeitig gehörte die Website der WELT im März 2026 mit rund 90,5 Millionen Besuchen zu den meistbesuchten Nachrichten-Websites in Deutschland. Die politische Ausrichtung der WELT gilt als bürgerlich-konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, DIE WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern. DIE WELT hat bereits mehrfach Rügen vom Deutschen Presserat erhalten, weil in einigen Artikeln journalistische Grundsätze verletzt wurden. Immer wieder wird außerdem Kritik laut, dass die WELT mit ihrer Berichterstattung verschwörungstheoretische oder rechtsextremistische Narrative bedient – so etwa mit klimaskeptischer Positionierung. Zwei Monate vor der Bundestagswahl 2025 veröffentlichte die WELT AM SONNTAG einen Gastartikel des US-Techmilliardärs Elon Musk, in dem dieser für die AfD warb. Das sorgte für heftige Proteste, auch innerhalb der Zeitung, bei denen es auch zu Protestkündigungen kam. Zur Welt-Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender WELT (früher N24) und die WELT AM SONNTAG. Sie gehören seit 2026 zur PREMIUM-GRUPPE, der auch POLITICO und BUSINESS INSIDER angehören. Ihr Chefredakteur ist Helge Fuhst, der Herausgeber Ulf Poschardt. Die PREMIUM-GRUPPE gehört dem Axel-Springer-Konzern, zu dem auch Titel wie die BILD-Zeitung und die regionale B.Z. gehören.
Originalartikel
Die „Eine-Frau-Regel“ hilft Frauen wenig – und steigert die Empörung der Männer
DIE WELT
Anne Kunz 11.06.2021 ·
2 Minuten ·
deutsch
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