Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021🗳 Sollte Hartz IV abgeschafft werden?
Hartz IV ist: „Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben“
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben“, so sieht Politik-Blogger
Allein der Ansatz, wie Hartz-IV-Sätze berechnet würden, sei höchst fragwürdig, meint Gunther Niermann, Vorsitzender eines Wohlfahrtsverbandes in Dortmund, den der Blogger als Experten in seinem Beitrag zitiert. Die Hartz-IV-Sätze würden nicht daran ausgerichtet, was ein Mensch brauche, um Teil der Gesellschaft zu sein. Sondern nur, was ein Mensch brauche, um irgendwie über den Tag zu kommen „und nicht zu verrecken“, kommentiert Niermann gegenüber Engel trocken. Die monatlichen Kosten, die Menschen zur Existenzsicherung angeblich brauchen, werden möglichst niedrig gerechnet, kritisiert er. Ein würdevolles Existenzminimum sehe anders aus. Auch vor „statistischen Tricks“ schrecke der Gesetzgeber nicht zurück, moniert Niermann. Beispielsweise werde für die Anschaffung einer Waschmaschine monatlich lediglich 1,67 € einberechnet. Das sei „jenseits aller Realität“. Besonders abwegig sei auch der Regelsatz für Kinder und Jugendliche. Die Logik sei hier: als kleinere Menschen brauchen sie weniger als Erwachsene. „Wir wissen, das Gegenteil ist der Fall“, betont Niermann gegenüber Engel.
Die fehlende Wertschätzung der Hartz-IV-„Empfänger:innen“ liegt laut Engel bereits im Wort „empfangen“. Denn das Wort suggeriere, dass es sich bei den Sozialleistungen um „letztendlich unverdiente“ Almosen handle. Hartz-IV-Bezieher:innen nehmen jedoch ihr „ureigenes Recht“ in Anspruch, argumentiert der Politik-Blogger. Denn die staatliche Pflicht, Bedürftige zu unterstützen, sei im
Anmerkung der Redaktion
Der
Thomas Engel