Perspektive
zur Debatte vom 17. April 2026
Ist es richtig, homöopathische Leistungen als Kassenleistung abzuschaffen? Pro
Homöopathie ist gegen die Vernunft
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Homöopathie aus dem Leistungskatalog der Kassen zu streichen, wäre ein Sieg für eine an der Wissenschaft orientierte Medizin“, kommentieren der Medizinredakteur Ali Vahid Roodsari und der Humanbiologe Reinhard Door im Gesundheitsmagazin APOTHEKEN UMSCHAU. Denn der Therapieansatz sei grundsätzlich gegen die Vernunft – und führe zu gefährlichen Folgeschlüssen.
Das Prinzip der Homöopathie ergibt laut Roodsari und Door wissenschaftlich keinen Sinn. Denn in den stark verdünnten Mitteln sei wahrscheinlich „kein einziges Molekül des Ausgangsstoffes mehr nachzuweisen“. Daraus folge ein weiteres Problem: „Wenn gesetzliche Kassen Homöopathie zahlen, könnte der Eindruck entstehen, dass deren Wirkung ebenso bewiesen ist wie die der evidenzbasierten Medizin.“ Das könne besonders dann gefährlich werden, wenn es um die Behandlung schwerwiegender Krankheiten gehe, argumentieren Roodsari und Door.
Das Argument, dass die Ausgaben der Krankenkassen für Homöopathie nur gering seien, wollen sie nicht gelten lassen. Denn egal, wie viel Geld dadurch eingespart werde – „es ist Geld, das die Kassen für sinnvollere Dinge ausgeben könnten.“ Die Allgemeinheit sollte ihrer Meinung nach nur für Behandlungen zahlen, die auch erwiesenermaßen wirken.
Anmerkung der Redaktion
Ali Vahid Roodsari ist Redakteur im Berliner Büro des WORT & BILD VERLAGS. Außerdem schreibt er für die ZEIT über die Themen Robotik, Netzwelt und Medizin sowie als Medizinredakteur für die APOTHEKEN UMSCHAU. Zuvor hat er als Redakteur für Digitales und Technik bei T-ONLINE gearbeitet. Roodsari hat Nahostwissenschaften in München studiert. Anschließend besuchte er die Deutsche Journalistenschule und hospitierte im Wirtschaftsressort der ZEIT.
Reinhard Door ist Humanbiologe. Da er neben seiner Promotion bereits für den Regionalteil von Tageszeitungen gearbeitet hat, absolvierte er eine Ausbildung zum Fachzeitschriften-Redakteur. Seit 1998 schreibt er für das GESUNDHEIT Magazin und seit 2005 als Redakteur bei der APOTHEKEN UMSCHAU. Außerdem sitzt er in der Zentralredaktion des WORT & BILD VERLAG. In seinen Beiträgen fokussiert er sich auf Herzthemen und Forschungsartikel. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Medienpreis des Bundesselbsthilfeverbandes für Osteoporose und dem Medienpreis des Berufsverbands der Augenärzte ausgezeichnet. Door hat Biologie und Humanbiologie in Ulm studiert.
Die APOTHEKEN UMSCHAU ist ein Gesundheitsmagazin, das in Apotheken als kostenlose Kundenzeitschrift angeboten wird. Die APOTHEKEN UMSCHAU erscheint monatlich, im Moment mit deutlich sinkenden Verkaufszahlen. Zuletzt wurde sie um die 5 Millionen Mal verkauft (1/2025). Die Zeitschrift erscheint seit 1956 als wichtigstes Produkt des Wort & Bild Verlags. Die APOTHEKEN UMSCHAU finanziert sich durch Anzeigenverkäufe und ihren Verkauf an Apotheken. Der Verkaufspreis ist dabei gestaffelt, bei einer Mindestabnahme von 50 Exemplaren liegt er bei 52 Cent pro Stück. Das Magazin der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG bezeichnet die lange als „Rentner-Bravo“ verspottete Zeitschrift als „geniales Geschäftsmodell mit einer Auflage wie das Telefonbuch, Anzeigenpreisen eines Wirtschaftsmagazins und dem Seitenumfang einer Modezeitschrift“. Der DEUTSCHLANDFUNK kritisierte 2012, Apotheken seien aufgrund der Erwartungshaltungen ihrer Kunden und der Monopolstellung der Zeitung quasi dazu gezwungen, die APOTHEKEN UMSCHAU zu bestellen.
Originalartikel
Krankenkassen zahlen für Homöopathie – ein Fehler, der korrigiert werden muss
APOTHEKEN UMSCHAU
Ali Vahid Roodsari
Reinhard Door 01.12.2025 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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