Perspektive
zur Debatte vom 16. März 2026
Sollte Fracking in Deutschland wieder erlaubt werden? Contra
Im Worst Case ist Erdgas sogar schädlicher als Kohle
Die Perspektive in 30 Sekunden
In seiner Kolumne beim Onlinemagazin KLIMAREPORTER kritisiert Volker Quaschning die deutsche Abhängigkeit von Erdgas generell als „ökologische Katastrophe“. Wie der Professor für Regenerative Energiesysteme erläutert, werde die Gefahr von Fracking häufig unterschätzt. „Beim Fracking gibt es häufig Gaslecks, über die Erdgas ungenutzt aus dem Untergrund entweicht“, erklärt Quaschnig. Damit könne Erdgas im schlimmsten Fall klimaschädlicher sein als Steinkohle.
„Unverbranntes Methan ist über 20 Jahre betrachtet 84-mal so klimaschädlich wie CO2“, so Quaschning. Erdgas besteht größtenteils aus diesem Gas, weshalb schon geringe Lecks den Klimavorteil gegenüber Kohle vernichten. Fracking wird außerdem oft außerhalb von Deutschland, etwa in den USA, gefördert. Die dadurch verursachten Schäden tauchen folglich nicht in der deutschen Klimabilanz auf. Ein Umstand, den der Professor als „völlig absurd“ bezeichnet.
Dass einige Politiker:innen Fracking nun auch in Deutschland erlauben wollen, kann Quaschning nicht nachvollziehen. In seinen Augen können wir unsere Energieversorgung „auch problemlos und klimaneutral mit erneuerbaren Energien sicherstellen“.
Anmerkung der Redaktion
Volker Quaschnig ist Ingenieurwissenschaftler und Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Er beschäftigt sich mit erneuerbaren Energien und Klimaschutz und ist der Auffassung, dass die Energieversorgung für eine Begrenzung der globalen Erwärmung schnellstmöglich vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt werden muss. In verschiedenen Szenarien kommt er zu dem Ergebnis, dass dies in Deutschland bereits bis 2040 erreichbar wäre.
KLIMAREPORTER ist das in Berlin ansässige Nachfolgemagazin der Seite KLIMARETTER.INFO. Das Onlinemagazin möchte aktuellen und unabhängigen Journalismus über Ursachen und Folgen des Klimawandels liefern. Es ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Klimawissen, der „unabhängige und kritische Berichterstattung rund um die Themen Klimawandel und Energiewende“ fördern will. Kooperationspartner von KLIMAREPORTER sind unter anderem CORRECTIV, die FRANKFURTER RUNDSCHAU und ND (ehemals NEUES DEUTSCHLAND). Die Finanzierung des Magazins erfolgt durch Werbung, Spenden und Förderbeiträge. Journalistisch betreut wird KLIMAREPORTER vom KJB KlimaJournalistenBüro UG, dessen Geschäftsführer aktuell Jörg Staude ist. Laut der Plattform Similarweb hatte die Seite des Onlinemagazins im Oktober 2025 rund 40.000 Aufrufe.
Originalartikel
Quaschning erklärt: Fracking
KLIMAREPORTER
Volker Quaschning 20.10.2024 ·
1 Minute ·
Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst.
Mehr...
Zum Artikel