Perspektive
zur Debatte vom 02. September 2025
Sollte „Catcalling“ künftig bestraft werden? Contra
In der Praxis wird das wohl schwer umzusetzen sein
Die Perspektive in 30 Sekunden
Politikreporter Thomas Ludwig stellt sich in der regionalen Tageszeitung NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG (NOZ) die Frage, wie sinnvoll eine Strafe für Catcalling ist. Er argumentiert dabei gegen ein Gesetz, das anzügliche Zurufe strafbar machen will, wie es die SPD fordert – denn das sei schlicht nicht gut praktikabel, so Ludwig.
Natürlich sollte der Staat vulnerable Gruppen wir Frauen und Mädchen schützen, räumt Ludwig ein. Doch wenn Catcalling kriminalisiert wird, verschwimme die Grenze zwischen praktikablem Schutzanspruch für Frauen und Überregulierung, fürchtet der NOZ-Reporter. Er überlegt: „Wo hört das platte Anbaggern auf, wo beginnt der strafbare Übergriff?“ Und noch entscheidender: Wer soll einen Strafbestand beweisen, wenn Aussage gegen Aussage steht?
Laut Ludwig muss ein Gesetz dieser Art vor allem eines sein: praktikabel. Er appelliert an einen Mittelweg, der nicht jede Geschmacklosigkeit kriminalisiert, aber offensichtliche Herabwürdigung nicht duldet. Denn es wäre seiner Meinung nach fatal, „wenn die Kriminalisierung dummer Sprüche am Ende weniger Sicherheit schafft, dafür aber eine Atmosphäre des Misstrauens in alltägliche Begegnungen trägt“.
Anmerkung der Redaktion
Thomas Ludwig ist Journalist und Reporter im Bereich Politik und Gesellschaft bei der Osnabrücker Verlagsgruppe NOZ MEDIEN, zu der unter anderem die SCHWERINER VOLKSZEITUNG und die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG gehören. Ludwig hat eine Ausbildung beim KÖLNER STADTANZEIGER absolviert und war unter anderem Europa-Korrespondent für das HANDELSBLATT. Er schreibt schwerpunktmäßig über Außenpolitik und Wirtschaft.
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG (NOZ) ist eine regionale Tageszeitung in der Region um Osnabrück und dem Emsland, die 1967 entstand. Chefredakteure sind Burkhard Ewert und Louisa Riepe. Gemeinsam mit ihren zahlreichen Regionalausgaben gehört sie zu den größten Regionalzeitungen Deutschlands und erscheint in der Summe in einer verkauften Auflage von rund 149.000 Exemplaren (IVW Stand Q1/2026). Die Website der NOZ verzeichnete im April 2026 rund 10,1 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). Im September 2023 wurde die NOZ für einen Beitrag des Chefredakteurs Burkhard Ewert mit dem Titel „Krieg in der Ukraine: Zum Glück gibt es ‚Telegram‘“ vom Deutschen Presserat gerügt. Dabei wurde ihm eine ungeprüfte Übernahme von Telegram-Meldungen bzgl. des Ukrainekriegs vorgeworfen. 2024 wurde die NOZ von der TAZ und ÜBERMEDIEN wegen einer von der NOZ und dem Onlinemagazin MULTIPOLAR beauftragten repräsentativen Forsa-Umfrage zur COVID-19-Impfung kritisiert. MULTIPOLAR wird als verschwörungstheoretisches Alternativmedium eingeordnet. Im März 2025 sah die TAZ bei der NOZ „rechte Narrative, immer größere Putin-Nähe und Verschwörungserzählungen“. Die NOZ gehört zu 50 % der Familie Elstermann, die andere Hälfte hält die einflussreiche Mediengruppe NOZ/mh:n MEDIEN, die wiederum zu jeweils 50 % der Familie Elstermann und der Familie Fromm gehört.
Originalartikel
Blöde Anmache unter Strafe stellen – wie praktikabel ist das?
NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG (NOZ)
Thomas Ludwig 01.09.2025 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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