Perspektive

zur Debatte vom 12. Mai 2025
Ist die deutsche Staatsräson gegenüber Israel noch zeitgemäß?
Pro

Israel sollte für Deutschland immer Priorität haben

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Redakteur im Berliner Büro der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG, beleuchtet die teils konfliktreiche deutsch-israelische Beziehung der letzten Jahre. Diese habe zwischen „Waffenhilfe und Belehrung“ geschwankt. Dabei müsse klar sein: „Israel sollte für Deutschland immer Priorität haben.“

Laut Giwerzew ist die aktuelle Zeit „die Stunde der Bewährung“ für Israel. Denn das Land kämpfe nicht nur in Gaza, sondern auch gegen Islamisten im Libanon, Iran und Jemen. Dass Deutschland Waffen liefert, aber gleichzeitig zu schnellen Verhandlungen drängt, sieht er kritisch. „Die Idee, durch Verhandlungen Frieden zu schaffen, ist nicht neu“, betont Giwerzew. Er kritisiert, dass etwa Mitarbeiter im Ministerium der ehemaligen Außenministerin Annalena Baerbock in Netzwerken Posts verbreitet haben, die Israel einseitig die Schuld am Krieg im Libanon gegeben haben.

Giwerzew verweist in dem Zusammenhang auf Aussagen des ersten israelischen Diplomaten in der Bundesrepublik Deutschland. Dieser habe gesagt: Bevor es einen Frieden geben kann, müssen die an Israel angrenzenden Gebiete erkennen, „dass ihr wahrer Feind nicht Israel sei, ‚sondern Armut, Unwissenheit, Rückstand und Willkür‘.“ An diese Worte sollte sich der deutsche Bundespräsident laut Giwerzew erinnern, „wenn er mit seinem israelischen Staatsgast den 60. Jahrestag der deutsch-israelischen Beziehungen feiert“.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und arbeitet in der Deutschland- bei der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ). Zuvor war er von 2023 bis 2024 als Politikredakteur bei der BERLINER ZEITUNG angestellt. Erste journalistische Erfahrungen sammelte er bei der WELT und CICERO. Giwerzew hat einen Master in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft an der freien Universität Berlin absolviert. Er tritt zudem des Öfteren auch bei BILD TV auf.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner , die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.

Originalartikel
60 Jahre diplomatische Beziehungen verpflichten. Israel sollte für Deutschland immer Priorität haben
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)Nathan Giwerzew
12.05.2025 · 2 Minuten · Deutsch
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