Perspektive

zur Debatte vom 31. März 2026
Sollte man ChatGPT boykottieren?
Pro

Moral und Umwelt gebieten einen Boykott

Die Perspektive in 30 Sekunden

Kulturjournalist betont, dass der Chatbot ChatGPT des Unternehmens OpenAI nicht nur bei Hausaufgaben hilft, sondern nun vermutlich auch die Kriegsführung im Iran und in Gaza unterstützt. Im Kulturmagazin DAZED betrachtet er den Chatbot daher kritisch und stellt sich die Frage, inwiefern sich die Nutzung von OpenAI-Tools noch mit dem eigenen Gewissen vereinbaren lässt.

OpenAI-CEO Sam Altman habe den Deal mit dem US-Kriegsministerium rückblickend als „opportunistisch und schlampig“ bezeichnet. Daraufhin passte das Unternehmen die Bedingungen an und schloss eine ChatGPT-Nutzung für Überwachungszwecke im Inland aus. Doch die wahren Probleme der Technologie löse das nicht: Wenn man die Technologie in Kriegsszenarien einsetze, spreche sie sich häufig für die Nutzung von Atombomben aus, stellt Waite mit Erschütterung fest. OpenAI scheine das egal zu sein – denn das Unternehmen erlaube dem Pentagon die Nutzung seiner Technologie für Kriegszwecke. Waite begrüßt deshalb Anthropics klaren Standpunkt, eine solche Nutzung abzulehnen.

Aus noch einem weiteren Punkt begrüßt Waite einen KI-Boykott: Denn generative KI, die Technologie hinter ChatGPT und Claude, habe durch Kühlwasser und stromzehrende Rechenzentren einen besonders hohen Ressourcenverbrauch. Damit schaden die Chatbots der Natur und dem Klima. Der KI durch einen Boykott den Rücken zu kehren, würde somit auch der Natur zugutekommen.

Anmerkung der Redaktion

ist freiberuflicher Autor. Sein thematischer Fokus liegt auf den Bereichen Kunst, Kultur, Mode und Technik. Waite schreibt unter anderem für das Stil- und Kulturmagazin DAZED.

DAZED ist ein Stil- und Kulturmagazin, das sich mit Mode, Kunst, Fotografie, Musik, Lifestyle, Film und Fernsehen beschäftigt. Es wurde 1991 von Jefferson Hack und Rankin unter dem Namen „DAZED & CONFUSED“ gegründet. Es setzt sich laut eigener Aussage für „radikale Mode und Jugendkultur ein und definiert den Zeitgeist mit einer Avantgarde von Autoren, Stylisten und Bildgestaltern der nächsten Generation“. Aus dem Ursprung des Magazins entwickelte sich das Verlagshaus DAZED MEDIA weiter. Ihr Konzept lebte anfangs von den Kontakten zu Künstler:innen wie Jake und Dinos Chapman und Bands wie Blur and Pulp. „Ich weiß noch, als das Magazin zum ersten Mal herauskam – in Amerika gab es kein Äquivalent und gibt es wahrscheinlich immer noch nicht“, sagt die Künstlerin Barbara Kruger. Im Monat August 2023 hatte das Online-Magazin DAZEDDIGITAL 2,5 Millionen Aufrufe.

Originalartikel
Is it finally time to boycott ChatGPT?
DAZED & CONFUSEDThom Waite
05.03.2026 · 5 Minuten · Englisch
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