Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir einen bundesweiten Mietendeckel? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Wir brauchen einen Mietendeckel, weil der Markt versagt
Die Perspektive in 30 Sekunden
Was die deutschen Kommunen jetzt wirklich brauchen, sei „ein Gesetz, das ihnen einen Mietenstopp für einen begrenzten Zeitraum erlaubt“, falls Wohnungsnot bestehe, findet Ralf Schönball im Berliner TAGESSPIEGEL. Er fordert damit einen bundesweiten Mietendeckel.
Der Grund: Der „unaufhaltsame Anstieg der Mieten“ liege an einem strukturellen Problem. Da in Großstädten nahezu keine Wohnung mehr leer stehe, aber gleichzeitig die Zahl der Einwohner rapide zunehme, steigen folglich „die Mieten wesentlich schneller als die Einkommen“, legt Schönball dar.
Nur die Politik könne an diesem strukturellen Problem etwas ändern. Sie müsse jetzt eingreifen und auf ihre Versäumnisse der letzten Jahre reagieren. Jahrelang habe die Regierung verpasst, wirksame Anreize zu schaffen, um im großen Umfang bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Mietpreisbremse des Bundes sei viel zu spät gekommen und bewirke trotz Verschärfung im letzten Jahr zu wenig. Deshalb brauche es jetzt den bundesweiten Mietendeckel, ist Schönball überzeugt.
Anmerkung der Redaktion
Ralf Schönball ist Journalist und Redakteur beim TAGESSPIEGEL. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Themen rund um den Städtebau und die Mietpreisentwicklung in Berlin. Er schreibt unter anderem auch für die ZEIT.
DER TAGESSPIEGEL ist eine 1945 gegründete Tageszeitung aus Berlin. Chefredakteur ist Christian Tretbar, die Herausgeber sind Lorenz Maroldt und Giovanni di Lorenzo. Im Unterschied zur BERLINER ZEITUNG wird der TAGESSPIEGEL traditionell vor allem in den westlichen Bezirken der Stadt gelesen, da die Mauer die Verbreitung der Zeitung auf Westberlin beschränkt hatte. Eine 2024 durchgeführte Untersuchung der Universität Mainz zu 47 Medien ordnet die „ideologische Grundpositionierung“ des TAGESSPIEGELS als gemäßigt liberal-progressiv und gemäßigt sozialstaatsorientiert ein. Seit 2014 erhält der TAGESSPIEGEL besondere Aufmerksamkeit dank seines Checkpoint-Newsletters, der täglich aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft berichtet. EUROTOPICS beschreibt die Blattlinie der Zeitung als liberal. Der TAGESSPIEGEL wurde lange Zeit den regionalen Zeitungen zugerechnet, verfolgt seit einigen Jahren jedoch verstärkt eine überregionale Ausrichtung. Die Printauflage bleibt jedoch stark regional dominiert. Die verkaufte Auflage der Zeitung betrug im vierten Quartal 2025 rund 98.000 Exemplare (IVW), ihre Website verzeichnete laut Similarweb im März 2026 45,2 Millionen Besuche. Im Jahr 2025 war der TAGESSPIEGEL die meistzitierte Regionalzeitung Deutschlands (Quelle: Media Tenor). 2022 geriet die Chefredaktion des TAGESSPIEGELS infolge einer Kolumne des ehemaligen Chefredakteurs Harald Martenstein in die Kritik. In dem Artikel bezeichnete Martenstein das Tragen von Judensternen auf Corona-Demonstrationen als „sicher nicht antisemitisch“. Daraufhin distanzierte sich die TAGESSPIEGEL-Chefredaktion und depublizierte den Online-Beitrag. Der TAGESSPIEGEL erscheint im Verlag Der Tagesspiegel GmbH, der zur DvH Medien GmbH der Holtzbrinck-Familie gehört. Der DvH gehören außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE sowie 50 Prozent des Verlags der ZEIT.
Originalartikel
Dann muss der Mietenstopp jetzt auf andere Weise kommen
DER TAGESSPIEGEL
Ralf Schönball 15.04.2021 ·
2 Minuten ·
deutsch
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